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Chinese wegen Totschlags verurteilt

Koch zerteilt Kollegen

Köln (WB/dpa). Es ist viel Wissen, das sich der Angeklagte, ein chinesischer Koch (37), mit den Jahren angeeignet hat. Wissen darüber, wie man geschickt mit einem Messer umgeht. Wissen, wie man fachmännisch einen Knochen aus einem Gelenk löst.

Der Koch bestritt die Vorwürfe. Foto: dpa

Das Landgericht Köln ist überzeugt, dass der Chinese seinen Kollegen aus einem Kölner China-Restaurant tötete und anschließend zerteilte – »so, wie er es im Rahmen seiner Kochausbildung gelernt hat«. Die Richter verurteilten den Mann gestern wegen Totschlags zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft. Spielende Kinder hatten 2016 am Kölner Rheinufer und in einem Wald Leichenteile entdeckt.

Nach Feststellung des Gerichts war der Angeklagte mit dem Opfer – selbst ein »Streithansl« – immer wieder aneinandergeraten. Höhepunkt war eine Prügelei der beiden Köche auf offener Straße im Juli 2016. Der Angeklagte habe dabei viel einstecken müssen. Aus anhaltendem Zorn heraus habe er den anderen Koch wenig später getötet. Die Leiche wurde anschließend zerteilt, um die Identifizierung zu erschweren, aber auch um sie besser transportieren zu können.

Dabei sei »anatomisch sinnvoll vorgegangen« worden, meinte der Richter. »Dazu gehören Schulung und Wissen.« Das Argument, der Koch sei dazu handwerklich gar nicht in der Lage gewesen, weil er in dem Restaurant nur mit Filet gearbeitet habe, laufe ins Leere. »Der Angeklagte hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt«, sagte der Richter. Als wichtiges Indiz wertete das Gericht auch einen Fingernagel des Angeklagten. Er wurde an einem Handtuch gefunden, das dem Torso beilag.

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