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Kino

Die Filmstarts der Woche

Berlin (dpa)

Ein Skandal-Regisseur überrascht mit einem sehr persönlichen Film. Und Andreas Dresens neuer Film wurde auf der Berlinale gleich mit zwei Silbernen Bären bedacht.

Von dpa

Meltem Kaptan ist auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Es sind Reisen in die Vergangenheit, die doch immer wieder in die Gegenwart führen: das sind die Filmstarts der Woche.

Regisseur Andreas Dresen bringt neuen Film ins Kino

Regisseur Andreas Dresen hat die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau verfilmt: Rabiye Kurnaz hat darum gekämpft, ihren Sohn Murat aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu befreien. Jahrelang saß er dort ohne Anklage. In seinem neuen Film zeigt Dresen die Mutter nun als einfühlsame, witzige und schlagfertige Frau, die wie eine Löwin um ihr Kind kämpft.

Darstellerin Meltem Kaptan gewann für ihre schauspielerische Leistung einen Silbernen Bären der Berlinale. Auch das Drehbuch wurde prämiert - Autorin Laila Stieler hatte etwa auch an Dresens Film «Gundermann» mitgearbeitet. Nun bringen sie mit «Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush» einen kraftvollen Film ins Kino, der eine wichtige Geschichte mit unerwartet viel Humor erzählt.

(Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush, Deutschland/Frankreich 2022, 119 Min., FSK ab 6 Jahren, von Andreas Dresen, mit Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner und Nazmi Kirik)

«Downton Abbey II» und das Geheimnis der Dowager Countess

Sechs Staffeln lang ging es in der Serie «Downton Abbey» um die Schicksale der Familie des Lord of Grantham, die Crawleys. Geburten, Hochzeiten, Intrigen, fröhliche Feste, Liebeskummer, Leidenschaft und Trauerfälle - kaum etwas, was die britische Adelsdynastie nicht erlebte. Nach dem Serienende 2016 folgte drei Jahre später ein Kinofilm. Nun kehren die Crawleys samt ihrer Dienerschaft ins Kino zurück.

«Downton Abbey II - eine neue Ära» spielt im Jahr 1928 und konfrontiert die Familie mit einem uralten Geheimnis. Denn die Dowager Countess Violet hat eine prächtige Villa in Südfrankreich geerbt und keiner weiß, was der Grund dafür ist.

Das Drehbuch stammt wieder von Julian Fellowes. Und auch sonst dürfte den Fans das meiste vertraut sein, allen voran die Schauspieler wie Hugh Bonneville als Lord Grantham, Michelle Dockery als seine älteste Tochter Mary, Jim Carter als ehemaliger Butler Mr. Carson, Lesley Nicol als Köchin Mrs. Patmore und natürlich die Grand Dame, Maggie Smith, als verwitwete Dowager Countess und Mutter des Lords.

Downton Abbey II - Eine neue Ära, Großbritannien/USA 2022, 125 Min., FSK ab 0, von Simon Curtis, mit Maggie Smith, Imelda Staunton und Hugh Bonneville

«Vortex» von Gaspar Noé: Drama über das Altern

Gaspar Noé hat als Enfant terrible des französischen Films oft für Skandale gesorgt. Mit «Vortex» bearbeitet er auf seine Weise das Thema Alter und Alzheimer. Ein älteres Ehepaar lebt in einer Pariser Wohnung, die mit Büchern und Erinnerungen überhäuft ist. Er ist Historiker und Filmtheoretiker, der ein Buch über die Verbindungen zwischen Kino und Traum schreibt. Sie eine pensionierte Psychoanalytikerin, die an Alzheimer leidet. 

Noé verwendet für die Dauer des ganzen Films die Splitscreen-Technik, die den Bildschirm in zwei Teile teilt. Sie erlaubt, sich gleichzeitig auf zwei Charaktere an unterschiedlichen Orten zu konzentrieren, gleichzeitig illustriert sie, wie zwei Leben, die versuchen, das Alter und die Krankheit zu überwinden, nicht mehr synchron verlaufen.

Vortex, Frankreich/ Belgien 2021, 135 Min., FSK o.A., von Gaspar Noé, mit Françoise Lebrun, Dario Argento, Alex Lutz

«Final Account»: Dokumentarfilm über Nationalsozialismus

Regisseur Luke Holland hat der Welt einen wichtigen Film hinterlassen. In seinem Dokumentarfilm «Final Account» werden Menschen interviewt, die den Nationalsozialismus erlebt oder auch unterstützt haben. Sie müssen sich in den Gesprächen der Frage stellen, welche Verantwortung sie selbst tragen. Die Menschen erzählen von antisemitischer Propaganda, von der Waffen-SS und KZ-Flüchtlingen, die sie verraten haben. Der Film lief 2020 beim Filmfestival in Venedig und kommt nun ins Kino. Holland, der mittlerweile selbst nicht mehr lebt, hat den Film seinen ermordeten Großeltern und den anderen Millionen Opfern gewidmet.

Final Account, Großbritannien/USA 2020, FSK ab 12 Jahren, von Luke Holland

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