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Deutscher Herbst als Kriminalroman: Sohn des damaligen Verfassungsschutzpräsidenten Richard Meier hat Persönliches verarbeitet - Buchtipps von Andreas Schnadwinkel

Auf den Spuren der Schleyer-Entführer

Lesen Männer eigentlich anders oder andere Bücher als Frauen? Jedenfalls richten sich die Buchtipps von Andreas Schnadwinkel an alle Geschlechter.

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Symbolbild. Foto: imago stock&people

Im Film und in der Literatur gibt es den Begriff „Coming of Age“ für Geschichten über Heranwachsende. Als Ursprung dieses Genres gilt J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ (1951) über den nach Orientierung suchenden 16-jährigen Holden Caulfield. Als zeitgenössische deutsche Version des Klassikers reüssierte im Jahr 2010 Wolfgang Herrndorfs „Tschick“. Dagegen orientiert sich Benedict Wells in „Hard Land“ (Diogenes, 352 Seiten, 24 Euro) eher an den „Coming of Age“-Filmen der 80er Jahre, wie „Stand by me“ und „The Breakfast Club“ – und hat seine Story konsequenterweise ins Jahr 1985 und in den US-Bundesstaat Missouri verlegt. Hauptfigur ist Sam (15), der es zuhause nicht so leicht hat und in den Sommerferien einen Job im Kino annimmt. Sam lässt die Rolle eines Außenseiters hinter sich, hat plötzlich Freunde und verliebt sich natürlich. Was in solchen Romanen nicht fehlen darf: ein Ereignis, das die Karten neu mischt. Benedict Wells kam 1984 in München zur Welt, ist also kein Zeitgenosse der 80er. Trotzdem gelingt es ihm, den Ton dieser Zeit zu treffen. Und wahrscheinlich war es klug, die Geschichte in den USA spielen zu lassen.

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