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Kultur

Erkältung und Sport: Risiko einer Herzmuskelentzündung

Risiko in der kalten Jahreszeit: Wer trotz Erkältung Sport treibt, läuft Gefahr an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken. 

Foto: Colourbox.de

Sport bei Erkältung: Hier ist Vorsicht geboten

Die Nase läuft und der Hals kratzt — Grund genug, um auf die wichtige Trainingseinheit zu verzichten? Gerade in den kalten Monaten des Jahres wird diese Frage für viele sportlich aktiven Menschen zum Thema. Hier gilt grundsätzlich: Wer ernsthaft krank ist und starke Symptome (etwa Kopfschmerzen, Fieber oder Ohrenschmerzen) verspürt, sollte sich schonen und die Erkältung auskurieren, um Folgeerkrankungen zu verhindern. Mit welchen Folgen ist zu rechnen, wenn man erkältet Sport treibt? Und was, wenn nur leichte Beschwerden aufkommen?

Sport & Erkältung: Diese Risiken bestehen

In der Regel sind bei einer Erkältung die Schleimhäute in den oberen Atemwegen von Viren befallen. Um sich dieser zu erwehren, tritt das Immunsystem in Kraft, was den Körper einiges an Energie kostet. Kommt dann noch eine zusätzliche Anstrengung, wie beispielsweise Sport hinzu, kann diese doppelte Belastung zu weiteren Krankheiten (etwa einer Mandel- oder Herzmuskelentzündung) führen. Eine große Gefahr geht in diesem Zusammenhang von anderen Viren oder Bakterien aus, die aufgrund der Erkältung — sowie der damit verbundenen Schwächung des Organismus — leichter in den Körper gelangen und sich dort ausbreiten können (Sekundärinfektion). Während eine Mandelentzündung sehr gut behandelt werden kann und vergleichsweise risikolos ist, sind die möglichen Folgen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) schwerwiegender.

Stark erkältet Sport treiben: Herzmuskelentzündung als mögliche Folge

Bei der Myokarditis entzünden sich — ausgelöst von eindringenden Viren oder Bakterien — die Herzmuskelzellen und die herzversorgenden Blutgefäße (Herzkranzgefäße). Symptome wie Herzrasen, Herzstolpern oder Schmerzen in der Brust sind möglich. Betroffene werden dazu angehalten sich körperlich ausreichend zu schonen und Bettruhe zu wahren. Auch Antibiotika gegen die Erreger werden häufig verschrieben.

Findet keine adäquate Behandlung der Herzmuskelentzündung statt und Tätigkeiten wie Sport werden weiterhin ausgeübt, kann es zu Folgen und Komplikationen wie einer Herzschwäche kommen. Therapeutisch kommen unter anderem ACE-Hemmer bei Herzinsuffizienz zum Einsatz, die den Blutdruck senken und die Entwicklung der Herzschwäche verzögern. Neben der Herzschwäche sind zudem Herzrhythmusstörungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel möglich. Diese können sich — etwa durch einen krankhaft vergrößerten Herzmuskel — sehr negativ auf die Leistung des Organs auswirken und langanhaltende Schäden verursachen. In besonders gravierenden Fällen kann eine (unbehandelte) Herzmuskelentzündung die Transplantation des Herzens notwendig machen und sogar tödlich verlaufen.

Da die Herzmuskelentzündung mitunter uneindeutige und unauffällige Beschwerden hervorbringt, ist es empfehlenswert genau auf die kleinsten Anzeichen zu achten. Besteht ein Verdachtsfall, sollten sie direkt zum Arzt zu gehen und sich genau untersuchen lassen. Die ideale Anlaufstelle dafür ist der Allgemeinarzt, welcher nach den körperlichen Untersuchungen eine erste Diagnose stellt. Für die weiterführende Behandlung überweist er Sie gegebenenfalls an einen Facharzt (Kardiologen).

Sport bei leichten Erkältungssymptomen

Sind keine stark ausgeprägten Beschwerden einer Erkältung zu spüren, ist ein geringes Maß an Sport in Ordnung. Das bedeutet: Solange sie abgesehen von einer laufenden Nase oder leichtem Husten keine weiteren Symptome bei sich feststellen, können Sie sich sportlich betätigen. Gehen Sie dabei jedoch mit Bedacht vor und hören Sie stets auf Ihren Körper. Wichtig ist, dass Sie leicht trainieren und sich nicht überanstrengen. Ziehen Sie sich bei kalten Temperaturen zudem warm genug an und sorgen Sie auch in kurzen Pausen dafür, nicht auszukühlen. Sobald sich starke Halsschmerzen, Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl bemerkbar machen, ist es ratsam den Sport zu pausieren.

Bei aufkommenden Zweifeln ist es darüber hinaus ebenso empfehlenswert, mit einem Arzt Rücksprache zu halten. Dieser kann ihre Symptome gegebenenfalls besser einordnen und eine genauere Empfehlung zu sportlichen Aktivitäten geben.

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