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Gran Canaria: Die Kanareninsel in der Mitte des kanarischen Archipels

Gran Canaria liegt in der Mitte des kanarischen Archipels. Aufgrund ihrer Form wird die Kanareninsel auch als „runde Insel“ bezeichnet. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 1.560 Quadratkilometern und hat einen Durchmesser von 47 Kilometern. Die schöne Insel hat ihren Besuchern viel zu bieten und gilt als eines der beliebtesten Urlaubsziele.

Aschendorff Medien

Die Dünen von Maspalomas sind ein wahres Naturwunder und ein bekanntestes Aushängeschild von Gran Canaria. Foto: pixabay.com © adamkontor (CCO Creative Commons)

Geografie: Land mit vielen Gesichtern

Die Insel Gran Canaria liegt im Atlantischen Ozean und gehört zu einem Gebiet, das Makaronesien genannt wird. Zu den makaronesischen Inseln (zu Deutsch: glückliche oder gesegnete Inseln) zählen neben den Kanaren auch Kap Verde, Madeira und die Azoren.

Gran Canaria ist die drittgrößte der kanarischen Inseln. Im Südosten befinden sich die meisten Sandstrände, darunter die bekannten Strände von Maspalomas und Playa del Inglés. Während die Küsten im Nordosten und Norden zahlreiche schöne Buchten und Strände aufweisen, sind die Küsten im Westen und Südwesten von Klippen geprägt.

Neben den Küsten mit ihren zahlreichen Sandstränden, Buchten und Klippen zeichnen auch herrliche Berge, Schluchten, Krater und Naturschutzgebiete die Insel aus. Man könnte sagen, die beliebte Kanareninsel Gran Canaria ist ein Urlaubsziel mit vielen Gesichtern.

Traditionen und Bräuche: Volksfeste und Fiestas

Auf den Kanareninseln gibt es seit jeher zahlreiche Traditionen und Bräuche. Das ganze Jahr über werden heitere, schwungvolle Fiestas und Volksfeste gefeiert. Die Einheimischen tragen dabei farbenfrohe Trachten. Es gibt viele köstliche Speisen und Getränke, Verkaufsstände mit Kunsthandwerk und Unterhaltung für die Kleinen.

Eine besondere Tradition auf Gran Canaria ist die Romería. Dabei handelt es sich um religiöse Pilgerschaften, die mehrmals im Jahr auf der Insel stattfinden. Dabei marschieren die Menschen singend in Begleitung einer Kapelle durch ihre Dörfer und Städte. Ein alter, auf das 15. Jahrhundert zurückgehender Brauch ist zudem der Lucha Canaria. Der Sport erfreut sich seit Jahrhunderten großer Beliebtheit bei den Einheimischen.

In Las Palmas wird jedes Jahr zwischen Januar und Februar Karneval gefeiert. Dieser beginnt mit den „verbenas del mogollón“, den Straßenfesten, bei denen tausende Menschen verkleidet durch die Straßen tanzen. Die wohl wichtigsten Events des Karnevals sind der große Karnevalsumzug durch Las Palmas und die Wahl der Karnevalskönigin.

Flora und Fauna: 2.000 verschiedene Pflanzenarten

Auch wenn Urlaub in Deutschland weiter im Trend ist, zieht es viele Menschen in die Ferne. Gran Canaria ist das ideale Reiseziel, um den stressigen Alltag hinter sich zu lassen. Wer den touristischen, gut besuchten Zentren entfliehen möchte, findet kilometerlange Wanderwege, auf denen sich die Insel und ihre erstaunliche Pflanzenwelt erkunden lässt.

Rund 2.000 verschiedene Pflanzenarten wachsen auf den kanarischen Inseln. Davon sind ungefähr 700 endemisch. Auch wenn die Namen der meisten Pflanzen vielen wahrscheinlich nicht bekannt sind, kann jeder ihre eindrucksvollen Farben und Formen überall auf der Insel bewundern.

Zu den bekanntesten Pflanzen auf Gran Canaria zählen:

  • Drachenbaum: Dracaena draco ist eine der ungewöhnlichsten Pflanzenarten auf den Kanaren. Der Baum mit den riesigen Blättern wächst bis zu 12 Meter in die Höhe. Für einen Meter benötigt er etwa zehn Jahre.
  • Kanarische Dattelpalme: Die Zierpflanze wächst in Gebieten mit Halbwüsten und Strauchland. Sie trägt nur wenige, aber genießbare Früchte.
  • Kanarische Pinie: Dieser immergrüne Baum gedeiht in bergigen Regionen über 1.000 Metern und kann bis zu 60 Meter hoch werden. Die Nadeln erreichen eine Länge von bis zu 30 Zentimetern.
  • Besen-Schöterisch: In den höheren Gebieten der Insel wächst der Schöterich, ein hölzerner Strauch mit rosa-lilafarbigen Blüten.
  • Kanarische Stechpalme: Die Ilex canariensis wird auch als kleinblättrige Stechpalme bezeichnet und kommt häufig in den Lorbeerwäldern vor. Der Rinde des Baumes wird eine heilende Wirkung nachgesagt.
  • Kanaren-Wolfsmilch: Dieser kaktusähnliche Baum bildet rot-grüne Blüten aus und besitzt besonders dünne Zweige.

Diese und viele weitere einheimische Pflanzen wachsen in den Mikroklimata der Insel Gran Canaria. Viele weitere Pflanzenarten aus aller Welt sind zum Beispiel im botanischen Garten Jardín Botánico Viera y Clavijo in der Nähe von Las Palmas zu bewundern.

Gran Canaria hat eine facettenreiche Berglandschaft zu bieten. Foto: pixabay.com © fotofan1 (CCO Creative Commons)

Tourismus: attraktiver Urlaubsort

Im Laufe der Jahrhunderte ist Gran Canaria neben den anderen Kanarischen Inseln mehr und mehr zu einem beliebten Urlaubsort geworden – zu einem Ort für Menschen, die Erholung suchen. Seitdem haben sich zahlreiche Schifffahrtsunternehmen etabliert, die die Urlauber nach Gran Canaria bringen. Auf der Insel selbst sind moderne Hotels entstanden, die den Reisenden komfortable Übernachtungsmöglichkeiten bieten.

Bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickeln sich der Tourismus und die damit verbundenen Dienstleistungen auf der Insel stark. Die Kanarischen Inseln, die sich seit dem Jahr 1912 selbst verwalten, begannen damals zunächst mit der Verbesserung der Infrastruktur. Dazu zählten der Ausbau des Autobahnnetzes, das Anlegen von Stauseen und der Bau eines Flughafens.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stagnierte die Entwicklung aufgrund des spanischen Bürgerkrieges sowie des ersten und zweiten Weltkrieges. Zwar wurde 1930 der erste Flughafen der Insel, Gando, eröffnet. Dies brachte den Tourismus jedoch kaum voran. Erst als nach 1950 die ersten Charterflüge auf die Insel kamen, entwickelte sich die Tourismusindustrie weiter.

Schließlich wurde der Tourismus die Haupteinnahmequelle von Gran Canaria. Heute dreht dieser sich insbesondere um Freizeitparks, Wassersport, Sandstrände und Nachtleben, ganz besonders im südlichen Teil der Insel. Dort finden sich unzählige Einkaufszentren, Themen- und Wasserparks und Diskotheken. Letztlich waren es die Touristen, die dem Land viel Reichtum bescherten. Von einigen 100 Besuchern im 19. Jahrhundert ist die Zahl der Besucher im neuen Jahrtausend auf mehrere Millionen angestiegen.

Während der Süden der Insel ein beliebtes Reiseziel für Erholungsurlaube ist, konzentriert sich der Norden eher auf Geschäftsreisende. Für Meetings, Seminare und Konferenzen finden sich zahlreiche Einrichtungen. Im Norden ist auch das Geschäftszentrum der Insel, die Stadt Las Palmas, und einer der bedeutendsten Häfen Europas, der Puerto de la Luz, zu finden. Die beliebten Sandstrände Las Alcaravaneras und Las Canteras, die die weltoffene Stadt säumen, sorgen in der Region für stabile Einnahmen und Freizeitmöglichkeiten.

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