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Freiwillige Selbstkontrolle

Rekord an Beschwerden beim Presserat

Berlin (dpa)

Beim Deutschen Presserat haben sich seit der Gründung 1956 noch nie so viele Leser über die Medienberichterstattung beschwert wie im vergangenen Jahr. 4085 Beschwerden und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr (2175) gingen 2020 ein, wie der Presserat als freiwillige Selbstkontrolle der Presse – also von Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien – am Dienstag in seinem Jahresbericht mitteilte. Der Sprecher des Rats, Sascha Borowski, sagte: Es seien vor allem Privatpersonen, die sich beschweren.

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Neben Zeitungen und Online-Medien werden auch Zeitschriften und Magazine vom Presserat gerügt. Foto: dpa

Das Gremium führt den Anstieg im Corona-Jahr auf mehrere Gründe zurück: Häufig hatte der Presseratmit Beschwerden zur Berichterstattung über die Pandemie zu tun.

Zu den Sanktionen, die der Rat verhängen kann, zählen ein Hinweis, eine Missbilligung und die Rüge als härteste Folge. Eine öffentliche Rüge bedeutet, dass die betroffene Redaktion sie in einer ihrer nächsten Ausgaben veröffentlichen muss. Die Zahl der Rügen stieg 2020 auf 53 an, 2019 waren es 34 gewesen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Die Mehrheit der Rügen (24) wurde gegen Boulevardzeitungen verhängt, gefolgt von Zeitschriften (16), Regionalzeitungen (11) und überregionalen Blättern (2).

Häufigster Grund: Eine mangelnde Trennung von Werbung und Berichterstattung. Laut Presserat hat sich der Großteil der Presseverlage in Deutschland verpflichtet, öffentliche Rügen des Rats zu veröffentlichen. Dem Jahresbericht zufolge kamen dieser Selbstverpflichtung 2020 jedoch weniger Medien nach als im Vorjahr – jede dritte Rüge blieb demnach unveröffentlicht.

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