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Gamescom 2022 ohne Sony, Activision & Nintendo: Das sind die Gründe

Nach mehr als zwei Jahren findet die berühmte Gamingmesse Gamescom 2022 endlich wieder live in Köln statt. Der allgemeine Ticketverkauf läuft auf Hochtouren. Angesichts der Umdisponierungen der Vorjahre ist die allgemeine Erwartungshaltung seitens der Veranstalter verständlicherweise euphorisch.

Von Aschendorff Medien

Foto: Laura Heimann, Unsplash

Das Zeitfenster für die insgesamt fünftägige Gaming-Messe wurde auf Ende August gelegt. Ab Donnerstag, den 25. bis Sonntag, den 28. sind die Tore der Kölner Messehallen für Gamer und Spielefans geöffnet. Die Presse hat schon einen Tag früher Zutritt. Die „Opening Night Live“, - die feierliche Eröffnungsshow, findet bereits am Dienstag, den 23. statt und wird per Live-Stream übertragen.
Überraschenderweise haben einige weltbekannte Aussteller erklärt, dem diesjährigen Comeback nicht beizuwohnen. Dazu zählen zahlreiche renommierte Spielehersteller wie Activision, Sony und sogar Nintendo, von denen regelmäßig auf einschlägigen Gaming-Seiten wie gaminggadgets.de berichtet wird. Über die genauen Gründe ranken sich teilweise vage Vermutungen, - wir bringen ein wenig Licht ins Dunkle.

Sony begnügt sich vorerst mit eigenem Marketing-Instrument

Ein Dämpfer für die Fans der populären Spielkonsolen-Modelle PlayStation 4 und 5 unter den Besuchern dürfte sein, dass Sony sich der Teilnahme entzogen hat. Am Materialmangel dürfte es jedoch nicht liegen, zumal Sony nach wie vor zu den produktivsten Herstellern zählt und allein im Monat Juni bereits Dutzende Neuerscheinungen sowie Upgrades veröffentlicht hat. Dasselbe gilt für die kommenden Monate.
Sony hat 2019 ein eigenes Streaming-Format mit dem Titel „State of Play“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein digitales Event, das in regelmäßigen Abständen von einem halben Jahr stattfindet. Dabei können Fans alle Neuigkeiten und Ankündigungen rund um die PlayStation erfahren.

Nintendo hält sich zurück und bietet regionale Alternativen

Auch der Videospiele- und Konsolenhersteller Nintendo wäre zweifelsohne ein toller Headliner für das große Gamescom-Revival gewesen. Schließlich hat das japanische Unternehmen mit zahlreichen Spielkonsolen und Videospielen, wie Super Mario und Donkey Kong, die Herzen der Gamer erobert.
Auch die Nintendo-Switch-Konsole war ein großer Wurf, der von vielen als die bessere, handlichere Alternative zur Playstation gesehen wird. Kostproben neuer Spiele für die Switch-Konsole werden 2022 in Deutschland lediglich auf kleineren regionalen Themen-Events wie dem AnimagiC in Mannheim oder dem Matsuri Japan Festival in Frankfurt gegeben.

Activision Blizzard setzt erneut aus, - doch Hunderte andere werden kommen

Dass der Spielepublisher Activision Blizzard ein Global-Player ist, wurde mittels eines fulminant dimensionierten Auftritts auf der Gamescom 2019 deutlich demonstriert. Zu den heiß ersehnten Spielen aus der Pipeline von Activision gehören beispielsweise Call of Duty: Modern Warfare 2 oder Diablo 4. Doch in diesem Jahr wird Activision nicht vertreten sein. In der offiziellen Presseerklärung ließ man verlauten, dass man sich in den Folgejahren wieder um eine Teilnahme bemühen werde.
Auch wenn einige der einstigen Publikumsmagneten nicht vertreten sind, haben sich insgesamt etwa 250 Spiele- und Konsolenhersteller angemeldet. Darunter sind sowohl große Namen wie Ubisoft, Bandai Namco (Dragon Ball), THQ Nordic (Biomutant), Sega (Sonic the Hedgehog), Kylypso Media (Dungeons) als auch zahlreiche Newcomer vertreten.

Spekulationen zu den Gründen

Natürlich bleibt die Frage, weshalb gerade einige der größten Spielentwickler die weltweit größte Videospiel- und Computermesse, - die Gamescom 2022 meiden, die es allein 2019 auf 370.000 Besucher brachte und 2020 dann erstmals digital veranstaltet wurde. Schließlich stellt sie weitaus mehr dar als eine gute Gelegenheit, Spielefans seine Spielneuheiten zu präsentieren. Allerdings sehen Marktexperten der Spielebranche keinen Grund zur Panik. In den meisten Fällen sind die Absagen auf unternehmensinterne, strategische oder organisatorische Gründe zurückzuführen.
Es stimmt zwar, dass die allgemeinen Investitionskosten für die Standmaterialien sowie die mit den Standflächen verbundenen Mietkosten deutlich gestiegen sind, aber dies ist für milliardenschwere Unternehmen kein Hindernis. Eine Teilnahme an einer Spielemesse dieser Dimension ist ohne entsprechenden Vorlauf schlichtweg nicht realisierbar und zielführend. Auch wenn viele der großen Unternehmen inzwischen eigene Streaming-Formate und -Kanäle für die Bewerbung ihrer Produkte erschaffen haben, bleibt die Gamescom eine wichtige Plattform und Werbemöglichkeit, über die Mitglieder der Gamingcommunity auf einzigartige Weise erreichbar sind.

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