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Hollywood-Star

«A Song For You» : Große Gefühle mit Luke Evans

London (dpa)

Als Schauspieler hat Luke Evans in vielen Hollywood-Blockbustern und TV-Serien mitgespielt. Doch das Singen liegt dem einstigen Theater- und Musicalstar ebenso sehr am Herzen.

Von Philip Dethlefs, dpa

Luke Evans hat seine Karriere am Londoner West End begonnen. Foto: Ed Cooke/Warner Music/dpa

Er war der Bogenschütze und Drachentöter Bard in der «Hobbit»-Trilogie, er spielte den fiesen Schurken Owen Shaw in der «The Fast And The Furious»-Reihe und den berühmtesten aller Vampire in «Dracula Untold». Zwischenzeitlich wurde Luke Evans in britischen Medien sogar als James-Bond-Kandidat gehandelt.

Musikalisch schlägt der britische Schauspieler und Sänger, dessen Karriere am Londoner West End begann, etwas sanftere Töne an. «A Song For You» heißt sein zweites Album, dem es nicht an emotionalen Balladen mangelt.

Emotionen und Pathos

«Ich liebe es, Leute mit meiner Musik zum Weinen zu bringen», sagt Evans schmunzelnd im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London. «Wenn die Menschen sich die Zeit nehmen und durch eines der Lieder einen solchen Moment erleben, ist das großartig.»

Schmachtballaden wie Josh Grobans «You Raise Me Up», Bonnie Raitts «I Can't Make You Love Me» oder Judy Garlands «Over The Rainbow» aus dem Filmklassiker «Der Zauberer von Oz» sind solche Songs. Der 43-Jährige mit der kräftigen Tenorstimme und viel Musicalerfahrung singt sie mit so viel Emotion und Pathos, dass man sich der Wucht schwer entziehen kann - vorausgesetzt natürlich, man ist für theatralische Musik dieser Art empfänglich. Man kann es vielleicht auch kitschig finden.

Die Prager Philharmoniker sorgen für cineastischen Bombast und Musical-Atmosphäre. Evans sang alle Songs live mit dem Orchester ein. «Wir haben uns alle wie eine Einheit bewegt, obwohl 70, 80 Leute im Raum waren», erzählt er und strahlt. «Es war eine organische, sehr symbiotische Energie, ein wirklich tolles Gefühl.»

Eine gleichermaßen respekteinflößende Erfahrung für den Sänger. «Wenn du einen Fehler machst, unterbrichst du 80 Leute bei ihrer Arbeit. Du musst gut vorbereitet sein, aber auch offen dafür sein dich anzupassen, die Musik und die Musiker genauso zu hören und zu fühlen, wie sie mich fühlen.»

Von Sinatra bis R.E.M.

Sei es das unzählige Male gecoverte «My Way» von Frank Sinatra, Simon & Garfunkels «Bridge Over Troubled Water» oder «Everybody Hurts» von R.E.M., Evans macht sich jedes Lied unverwechselbar zu eigen. «Ich möchte keinen Song einfach nur covern und so klingen wie das Original», betont er. «Ich habe diese Lieder von vielen Leuten gehört. Und ich möchte immer meine eigene Identität in einem Song wiederfinden, den die Menschen schon kennen.»

Besonders beeindruckend ist Evans das bei «Last Christmas» gelungen. Der Dauerbrenner von Wham! ist als sanfte Ballade vollkommen anders und wahrscheinlich näher an seinem traurigen Text als die von George Michael geschriebene und gesungene launige Popnummer. Mit «Silent Night» - in der Tradition klassischer Crooner wie Bing Crosby oder Nat King Cole - ist noch ein zweites Weihnachtslied dabei.

«Ich bin ein großer Rugby-Fan»

Seine Herkunft besingt der Allrounder in «Calon Lân». Die mitreißende walisische Hymne wird bei nationalen Rugby-Matches von Tausenden Fans gesungen. «Ich bin ein großer Rugby-Fan», so Evans. «Und ich habe auch gedacht, es wäre ganz interessant, eine Hymne in walisischer Sprache auf meinem Album zu haben, weil viele Leute fragen werden: 'Was ist das? Ich habe diese Sprache noch nie gehört, aber ist sie nicht schön?'» Seit seinem 17. Lebensjahr lebt Evans in London. «Natürlich bin ich britisch, aber ich bin durch und durch Waliser.»

Für «A Song For You» hat er gemeinsam mit Songwriterin Amy Wadge erstmals auch zwei Lieder selbst geschrieben. Zu Wadges vielen Erfolgen zählen der in diesem Jahr zweitplatzierte ESC-Song «Spaceman» von Sam Ryder oder «Thinking Out Loud» von Ed Sheeran. «Horizons Blue» überrascht als softer Folkpop mit Harmonien, die auch von Crosby, Stills & Nash stammen könnten. Mit «Busy Breaking Yours» zollt Evans den großen 80er-Jahre-Balladen von Bands wie Journey oder REO Speedwagon Tribut. «Ja, es ist sehr 80er, sehr hymnenmäßig.»

Konzerte sind geplant

In der kommenden Vorweihnachtszeit wird Evans Lieder von seinem neuen Album in einigen britischen TV-Shows singen. Im kommenden Jahr will er auch Konzerte geben. Keine leichte Aufgabe, wenn man schon als Schauspieler so gefragt ist. Demnächst startet die Thriller-Miniserie «Echo 3» beim Streamingdienst Apple+, in der er einen Elitesoldaten spielt, der seine in Südamerika entführte Schwester retten will. Weitere Filmprojekte sind in Arbeit.

Luke Evans betrachtet seinen vollen Terminkalender als Privileg. «Ich kann all die Dinge tun, die ich liebe, und ich bin wirklich dankbar dafür», sagt der Tausendsassa. «Ich versuche einfach, jeden Schritt davon zu genießen, denn es ist zwar eine Menge Arbeit, aber es ist alles, was ich gern mache.»

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