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Mama Africa

Somis Hommage an die große Miriam Makeba

Berlin (dpa)

Miriam Makeba (1932-2008) ist eine Ikone der afrikanischen Musik. Zum 90. Geburtstag widmet ihr die US-Sängerin Somi ein ambitioniertes Tribute-Projekt. Diese Verbindung passt in jeder Hinsicht.

Von Werner Herpell, dpa

Das Cover des Albums «Zenzile: The Reimagination Of Miriam Makeba» von Somi. Foto: Salon Africana/Membran/dpa

Wer als Musikerin vom afrikanischen Kontinent oder mit afrikanischen Wurzeln etwas auf sich hält, kommt an Miriam Makeba kaum vorbei.

Die 1932 in Johannesburg geborene, 2008 in Italien gestorbene südafrikanische Sängerin wird nicht umsonst «Mama Africa» genannt. Sie gilt wegen ihrer Lieder und ihres politischen Kampfes gegen die menschenverachtende Apartheid bis heute als weltweite Inspiration. Nun verneigt sich auch die US-Jazzkünstlerin Laura Kabasomi Kakoma alias Somi vor dem großen Vorbild.

«Zenzile: The Reimagination Of Miriam Makeba» heißt das Album, auf dem die mit ostafrikanischen Vorfahren ausgestattete Somi 17 markante Makeba-Stücke neu interpretiert (natürlich auch, aber als chorale Ballade, den Gute-Laune-Welthit «Pata Pata»). Mit Angelique Kidjo, Ladysmith Black Mambazo oder Seun Kuti sind einige bemerkenswerte Gaststars an Bord. Im Mittelpunkt des Tribute-Werks stehen aber die fabelhafte Stimme der Sängerin aus Chicago und die authentischen, nie in billigen Crossover-Klischees versinkenden Arrangements. Jazz und Worldmusic, Soul und Afrobeat finden hier perfekt zusammen.

Somi sieht sich, wie Miriam Makeba selbst, als Musikerin und Aktivistin - mit ihrem Studioalbum «Petit Afrique» (2017) etwa erzählte sie die Geschichte afrikanischer Einwanderer inmitten eines gentrifizierten Harlem in New York. «Die Entstehung von "Zenzile" hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen: als Künstlerin und als afrikanische Frau – besonders in diesen außergewöhnlichen Zeiten, in denen der Mut, unsere Geschichten zu erzählen, von größter Bedeutung ist», sagt die 42-Jährige über ihr neues Projekt.

Mit dem vielleicht ambitioniertesten Album ihrer knapp 20-jährigen Karriere knüpft Somi bei Künstlerinnen und Makeba-Verehrerinnen wie Dianne Reeves, Nina Simone oder Dee Dee Bridgewater an. Der Veröffentlichungstag ist übrigens kein Zufall: Am 4. März 2022 wäre die Afropop- und Jazz-Ikone 90 Jahre alt geworden. «Seit ich denken kann, kenne ich Miriam Makebas Stimme. Dadurch habe ich das Gefühl, sie persönlich zu kennen», sagt Somi. Man merkt «Zenzile» diese Nähe aufs Schönste an - die Platte ist eine mehr als angemessene Hommage.

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