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Dropout Boogie

The Black Keys: Rumpelige Reise zu den Bluesrock-Wurzeln

Berlin (dpa)

Blues, Rock, Soul - alles schön rumpelig wie damals im Übungskeller. The Black Keys halten sich auch auf «Dropout Boogie» an ihre Kernkompetenzen. Aber das machen sie einfach gut.

Von Werner Herpell, dpa

Bei Dan Auerbach (l) und Patrick Carney stimmt die Chemie. Foto: Joshua Black Wilkins/Warner Music/dpa

Zwanzig Jahre gibt es das US-Bluesrock-Projekt The Black Keys bereits. Und obwohl ihr Erfolgsweg bis in die Stadien führte, sind sich Dan Auerbach (Gitarre, Gesang) und Patrick Carney (Schlagzeug) meist treu geblieben mit ihrem rumpelnden Garagen-Sound.

Auf «Dropout Boogie» geht es - wie schon davor auf dem Cover-Album «Delta Kream» (2021) - zurück zu den Wurzeln der Black Keys.

Vergleicht man ihre aktuelle Musik mit den beiden jüngsten Alben des Bluesrock-Konkurrenten Jack White, dann wagt das Duo hier deutlich weniger. Auch «Dropout Boogie» besteht wieder aus vielen Gitarrenriffs, polternd treibenden Drums und souligem Gesang - nicht mehr und nicht weniger.

Zwar «klauen» die Black Keys gern (bei alten Blues-Meistern oder auch bei sich selbst), aber peinlich wird es nie. Dass sich die Platte nach ZZ Top anhört, ist kein Zufall - deren Rauschebart Billy Gibbons spielt auf «Good Love» mit.

Unverkrampft und zündend

Mit ihren drei letzten Alben kamen die Black Keys in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien in die Top-Ten der Charts, in den USA sogar mal auf die Eins. Auch in diesem Sommer könnte der unverkrampfte Mix der vierfachen Grammy-Gewinner wieder zünden - Songs wie «Wild Child», «How Long» oder «Burn The Damn Thing Down» dürften so manche Baggersee-Playlist zieren.

Gleichwohl hat man auch bei diesem elften Studioalbum den Eindruck, dass zwei gute Freunde aus Akron/Ohio Musik machen wie damals im schlichten Übungskeller - auch wenn sie damit keine Originalitäts-Preise gewinnen. «Das war ja schon immer das Schöne an dem, was Pat und ich machen. Es ist wirklich unmittelbar», sagt Auerbach. «Wir mussten auch nie groß daran arbeiten.» Und er fügt hinzu: «So funktioniert nun mal die Chemie, die zwischen Pat und mir besteht. Dass wir schon so lange als Band existieren, sagt doch alles über diese Chemie. Das ist ein absolutes Geschenk.»

Dass sich die Black Keys etwas Anarchisches, Chaotisches erhalten haben, zeigt auch das nicht besonders geschmackssichere Cover-Artwork: unsere beiden Helden als Koch und Heimwerker im Slapstick-Stil. Immerhin etwas besser als vor drei Jahren beim Album «Let's Rock» - damals war vornedrauf ein britzelnder elektrischer Stuhl abgebildet.

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