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Fahrzeuge sollen irgendwann mit anderen Autos kommunizieren können

NRW tüftelt am Streifenwagen 2.0

Düsseldorf

Die Zukunft der NRW-Polizei steht in einer Tiefgarage in Duisburg: ein digital vernetzter Streifenwagen. Das Fahrzeug soll eines Tages den Polizeialltag revolutionieren und zum Beispiel bei Einsatzfahrten per Knopfdruck für grüne Wellen sorgen.

Von Christian Schwerstfeger

Im Labor sitzt NRW-Innenmister Herbert Reul am Steuer eines Streifenwagens der Zukunft. Foto: Polizei NRW

Noch aber ist das Auto eine Art Prototyp und steht im Entwicklungslabor des Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg.

„Wir denken Polizei von Anfang an beim automatisierten und vernetzten Fahren mit“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Leiter des LZPD, Thomas Roosen, ergänzte: „Als Polizei ist es wichtig, die technische Entwicklung der aus Wirtschaft und Forschung vorangetriebenen zu verfolgen, um die möglichen Auswirkungen auf unsere Arbeit früh bewerten zu können.“

Der digital vernetzte Streifenwagen soll nicht nur Ampeln auf grün schalten können, sondern auch andere Fahrzeuge zum Stehen bringen können. „Vielleicht kann der Streifenwagen einen Hinweis auf das Display des zu kontrollierenden Wagens senden – mit der Aufforderung anzuhalten“, sagte Reul. „Auch Verfolgungsfahrten können sicherer werden. Autofahrer könnten dann innerhalb von Sekunden den Hinweis erhalten, rechts ran zu fahren und eine Gasse zu bilden“, so der Minister weiter.

Noch aber steht das Testfahrzeug, das von außen nicht zu unterscheiden ist von einem herkömmlichen Streifenwagen, in der Tiefgarage des LZPD. Der Raum sieht aus wie der mit Eierkartons ausstaffierte Proberaum einer Musikband – ist aber mit schweren Panzertüren gesichert. Noch in diesem Sommer soll der Streifenwagen raus auf die Straße und unter realen Bedingungen getestet werden – auf Teststrecken und auf der A52 und der A57.

In dem bundesweit einzigartigen Forschungslabor tüfteln Ingenieure, Softwarespezialisten und Polizisten. LZPD-Chef Roosen vergleicht die Abteilung in der Tiefgarage gerne mit „Q“ aus den James-Bond-Filmen, der immer wieder neue Waffen erfindet. Der Name des Projekts zum automatisierten Fahren bei der NRW-Polizei klingt etwas sperrig: KoMoD-Polizei (Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf). Daran arbeiten zudem die Technische Hochschule Aachen, die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt und die Unternehmen Vodafone, Siemens und ZF Friedrichshafen.

Wann die ersten Streifenwagen mit der neuen Technik tatsächlich auf den Straßen eingesetzt werden, steht überhaupt noch nicht fest.

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