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RKI-Zahlen

1129 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden erfasst

Die Zahl der Corona-Todesfälle erreicht einen Höchststand. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Geimpften - wenn auch auf noch niedrigem Niveau.

dpa

Eine Ärztin hält in einer Intensivstation die Hand eines Coronapatienten. Foto: Henning Kaiser

Berlin (dpa) - Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht.

Binnen einen Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1129 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 22.459 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (23.12.) waren 24.740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden.

Der Tageshöchststand ist aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. «Die plausibelste Erklärung ist die, dass es eben verzögerte Meldungen sind von Todesfällen», sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Über die Feiertage seien die gemeldeten Zahlen von Neuinfektionen und Gestorbenen relativ gering gewesen. Wieler bekräftigte, eher auf Wochenwerte zu blicken statt auf den Stand an einzelnen Tagen.

Die insgesamt hohen Todeszahlen der vergangenen Tage und Wochen seien die erwartbare Konsequenz der hohen Neuinfektionsrate und an sich nicht überraschend, sagte Uwe Janssens, Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI. «Wir werden auch in den kommenden Wochen auf den hohen Zahlen weitersegeln». Nach DIVI-Angaben vom Mittwoch sind derzeit 5648 Patienten auf den Intensivstationen deutscher Kliniken in Behandlung. Etwas mehr als die Hälfte davon, 3063 Patienten, werden invasiv beatmet.

Auch das Statistische Bundesamt verzeichnete für den Monat November nach vorläufigen Daten einen Anstieg der Todesfälle in Deutschland. Demnach starben elf Prozent oder 8186 mehr Menschen als im November-Schnitt der Vorjahre, teilten die Statistiker am Freitag mit. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona lag demnach bei 7335. Besonders hoch war die Übersterblichkeit im vergangenen Monat in Sachsen. In dem Bundesland, das stark von Corona betroffen ist, starben im Vergleich zum November der Vorjahre 39 Prozent mehr Menschen.

Unterdessen steigt die Zahl der Geimpften in Deutschland: Bis Mittwochvormittag wurden 78.109 Corona-Impfungen ans RKI gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl um 37.273. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele somit nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI. Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (12.935), gefolgt von 11 385 in Nordrhein-Westfalen und 9.448 in Hessen. Unter den Geimpften sind 37 302 Bewohner von Pflegeheimen. 32.678 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, 20.913 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 141,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 330,0 und Thüringen mit 255,1, den niedrigsten Wert hatte Niedersachsen mit 79,6.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 687.185 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 30.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 32 107. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.302.600 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Mittwoch bei 0,68 (Dienstag: 0,67). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, «so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird».

© dpa-infocom, dpa:201230-99-848465/7

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