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Weltweiter Protesttag

Fridays for Future: 220.000 Demonstranten in Deutschland

Berlin (dpa)

In Deutschland und weltweit sind wieder Hunderttausende Klimaaktivisten auf die Straße gegangen. Sie fordern einen Ausstieg aus fossilen Energien. Der Ukraine-Krieg gibt ihnen neue Argumente.

Von dpa

Teilnehmerinnen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future am Invalidenpark in Berlin. In der Hauptstadt gingen etwa 22.000 Menschen auf die Straße. Foto: Paul Zinken/dpa

Aus Sorge um den Klimawandel haben nach Angaben der Organisation Fridays for Future rund 220.000 Menschen in mehr als 300 deutschen Städten demonstriert und die Regierungen zu einem Ausstieg aus fossilen Energieträgern aufgefordert.

Die überwiegend jungen Menschen folgten einem bundes- und weltweiten Protestaufruf der Klimaschutzinitiative. Allein in Berlin schlossen sich demnach mehr als 22.000 und in Hamburg mehr als 12.000 Menschen den Demonstrationen für Klimagerechtigkeit und Frieden an. Weltweit gab es über 1000 Aktionen.

Fridays for Future forderte als Antwort auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ein Ende der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. «Der Ukraine-Krieg hat klargemacht: Wenn wir fossile Energien von Autokraten importieren, bringen wir unsere Sicherheit in Gefahr und heizen die Klimakrise weiter an. Es ist gut, dass die Regierung endlich erkannt hat, wie gefährlich es ist, wenn wir Kohle, Öl und Gas bei Putin kaufen», sagte Carla Reemtsma von Fridays for Future der Deutschen Presse-Agentur. Die Ampelkoalition müsse jetzt für eine Zukunft ohne fossile Energien die entscheidenden Schritte gehen.

«Die Krisen verschärfen sich und holen uns ein»

Sprecherin Jule Pehnt sagte, es brauche jetzt Milliarden für den Ausbau der erneuerbaren Energien, Wärmepumpen und des ÖPNV. Die Aktivistin Elisa Bascedil erklärte: «Momentan steuern wir auf eine Erhitzung von mehr als 3 Grad zu, was Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, tödliche Hitzewellen und zerstörerische Fluten bedeutet. Die Krisen verschärfen sich und holen uns ein, wenn wir uns über den zerstörerischen Status Quo empören.»

In Berlin sprach die Polizei am Nachmittag von 10.000 Demonstranten, die sich zunächst in der Nähe des Hauptbahnhofs versammelten und dann zum Brandenburger Tor laufen wollten. Viele Teilnehmer zeigten mit Transparenten in blau-gelb - den Farben der ukrainischen Flagge - Solidarität mit der Ukraine. Demonstrantin Katharina kritisierte: «Das russische Erdgas finanziert den Krieg mit und treibt den Klimawandel voran.» Die Nutzung des russischen Gases solle gestoppt werden. Der 19-jährige Rio sagte: «Das ist ein starkes Signal, das gesetzt wird für die Ukrainerinnen und Ukrainer, die um ihr Leben bangen.» Klimagerechtigkeit hänge mit dem Frieden und der Sicherheitspolitik in Europa zusammen.

Erhebliche Verkehrsbehinderungen in Hamburg

In Hamburg kam es während der Demonstration, die durch die Altstadt nach St. Georg und zurück führte, zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei hatte vorsorglich empfohlen, den betroffenen Bereich weiträumig zu umfahren oder auf S- und U-Bahn umzusteigen. Die Demonstrationsteilnehmer hielten Schilder mit Sprüchen wie «Die Erde kocht vor Wut über die Menschheit» oder einfach «No war» hoch.

Nach Angaben von Fridays for Future gab es weltweit über 1000 Aktionen. In Stockholm etwa gingen mit der führenden Aktivistin Greta Thunberg etliche Menschen für einen stärkeren und gerechteren Kampf gegen die Klimakrise auf die Straßen. Wie Aufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigten, marschierte ein langer Protestzug im Rahmen des internationalen Klimaprotesttages durch die schwedische Hauptstadt.

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