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Viele Klassen weiter voll – Verwirrung um Arbeiten

Lehrer und Eltern rügen NRW-Regierung

Düsseldorf/Berlin...

Die kurzfristige coronabedingte Umstellung des Schulbetriebs für 2,5 Millionen Schüler in NRW ist am Montag nach Einschätzung vieler Beteiligter chaotisch verlaufen. Die Lehrergewerkschaft GEW forderte eine Einstellung des Unterrichts schon ab diesem Mittwoch. Dann solle nur noch eine Notbetreuung sichergestellt werden.

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Eltern und Lehrer kritisieren die Informationspolitik vor dem weitgehenden Lockdown. Foto: imago/Michael Weber

Für die jüngeren Kinder der Klassen eins bis sieben habe sich die Wahlmöglichkeit zwischen Präsenz- und Distanzunterricht als „schwieriger Knackpunkt“ erwiesen, sagte Anke Staar, Vorsitzende der Landeselternkonferenz“. Viele Eltern hätten ihre Kinder aus Sorge vor Nachteilen doch wieder in die Klassenräume geschickt. Verwirrung habe es etwa darüber gegeben, ob Klassenarbeiten in den kommenden Tagen ausgesetzt würden oder doch geschrieben werden müssten. Die Landesschülervertretung verlangte von der Politik, in diesem Schuljahr dürfe niemand sitzenbleiben.

Unterdessen ist das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA kaum zu beschleunigen. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte, es sei „erklärungsbedürftig, dass Großbritannien schon einen deutschen Impfstoff einsetzen kann, wir aber noch nicht“.

Vor Beginn des harten Lockdowns rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Menschen zu Zusammenhalt auf – aber auch zu Zuversicht. „Ich bin sicher, die Verantwortung, die wir jetzt zeigen, die Lasten, die wir jetzt und noch eine Zeit tragen müssen, sind nicht vergeblich. Sie bringen uns dem Ende der Pandemie näher.“ Die kommenden Wochen seien eine Prüfung für alle.

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