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Ukrainischer Botschafter

Melnyk: Steinmeiers Reue müssen Taten folgen

Berlin (dpa)

Noch vor wenigen Tagen hatte der ukrainische Botschafter in Berlin dem Bundespräsidenten politische Nähe zu Russland vorgeworfen. Nach dessen Fehler-Eingeständnis folgen weitere klare Forderungen.

Von dpa

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk ist ein Freund klarer Worte. Foto: Fabian Sommer/dpa

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, sieht das Fehler-Eingeständnis von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Umgang mit Russland nur als «ersten Schritt».

«Für uns ist wichtig, dass jetzt Taten folgen, diesen Aussagen. Diese Taten fehlen», sagte Melnyk am Dienstag im Deutschlandfunk. «Also ich würde mir schon wünschen, wie viele meiner Landsleute, dass der Bundespräsident jetzt nicht nur diese Reue zeigt, sondern dass er auch von der Bundesregierung als Staatschef verlangt, die Lehren zu ziehen aus dem Massaker von Butscha, aus anderen Gräueltaten, die wir Tag und Nacht jetzt in der Ukraine erleben.» Konkret bedeute das unter anderem schärfere Sanktionen und ein Energie-Embargo, sagte der Botschafter.

Steinmeier, der von 2005 bis 2009 und von 2013 bis 2017 Außenminister war, hatte am Montag erstmals eigene Fehler und Irrtümer in der Politik gegenüber Russland eingeräumt. «Mein Festhalten an Nord Stream 2, das war eindeutig ein Fehler», sagte er. «Wir haben an Brücken festgehalten, an die Russland nicht mehr geglaubt hat und vor denen unsere Partner uns gewarnt haben.»

Melynk forderte am Dienstag nicht nur von der Politik Konsequenzen. «Wir glauben, dass das, was in den letzten über zwei Jahrzehnten hier in Deutschland geschehen ist, dringend aufgearbeitet werden muss, und zwar nicht nur politisch, sondern auch auf der Ebene der Gesellschaft und der Medien», sagte er. Die Frage sei, wie Deutschland energiepolitisch «fast vollständig» vom russischen Staat abhängig habe werden können. Diese Abhängigkeit müsse die Ukraine nun mit dem Leid ziviler Opfer ausbaden.

Zudem kritisierte Melnyk die Zurückhaltung Deutschlands bei Waffenlieferungen. «Was wir heute brauchen, sind schwere Waffen, sind Panzer, gepanzerte Wagen, sind Artillerie-Systeme, Mehrfach-Raketenwerfer - das, womit man auch die Gebiete im Süden, im Südosten befreien kann», sagte der Botschafter. «Man kann keine Gegenoffensive starten mit einer Panzerfaust, leider.» Die Bundesregierung wisse Bescheid, schweige bisher aber leider.

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