Impfpriorisierung

NRW öffnet Impfungen für bestimmte Berufsgruppen

Düsseldorf

Die Impfkampagne in NRW gewinnt immer mehr an Fahrt. Weitere Berufsgruppen bekommen ab Donnerstag ein Impfangebot.

(dpa/lnw)

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen während einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Foto: Federico Gambarini/dpa Pool/dpa

Das Land öffnet schon ab dem morgigen Donnerstag die Impfkampagne für weitere Berufsgruppen. Die Impfpriorisierungsgruppe 3 werde nun per Erlass geöffnet, kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Termine können dann unter anderem von Impfwilligen vereinbart werden, die im Lebensmitteleinzelhandel, in der Justiz, der Steuerfahndung oder an weiterführenden Schulen beschäftigt sind. Das Gleiche gilt etwa auch für Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie für Eltern schwer chronisch kranker Minderjähriger, die selbst nicht geimpft werden können.

Gebucht werden kann ab 8.00 Uhr morgens über die Portale der Kassenärztlichen Vereinigungen in einem Impfzentrum. Online ist das möglich unter www.116117.de sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117 oder die zusätzlichen regionalen Rufnummern 0800 116 117 02 für Westfalen-Lippe und 0800 116 117 01 für das Rheinland.

In den Impfzentren werde es allerdings zunächst kein Angebot für über 60-Jährige außerhalb dieser speziellen Berufsgruppen geben, obwohl sie eigentlich derselben Priorisierungsgruppe 3 angehörten, erklärte Laumann. Sie könnten sich aber in den Arztpraxen mit Astrazeneca impfen lassen. Damit hätten sie einen guten Zugang zu einem wirksamen und für die Altersgruppe geeigneten Impfstoff.

Ab der zweiten Maihälfte könnten zusätzlich Beschäftigte der Polizei sowie der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr sowie des Katastrophenschutzes einen Termin im Impfzentrum vereinbaren, kündigte Laumann an. Auch die gezielten Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen würden fortgesetzt.

Ansonsten werde der Mai vor allem der Monat der Zweitimpfungen sein. Der schnelle Anstieg der Erstimpfungen im April werde sich so nicht fortsetzen lassen.

Die Impfreihenfolge in den Arztpraxen soll Anfang Juni enden. Voraussichtlich ab dem 7. Juni würden die Betriebsärzte in die Corona-Impfkampagne einbezogen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Spätestens ab diesem Zeitpunkt falle dann die Priorisierung in den Arztpraxen weg.

Im Juni würden die größten Fortschritte im Impfprogramm gemacht, kündigte Laumann an. Die Anzahl der Impfdosen in den Arztpraxen werde sich deutlich erhöhen. Allein die Zahl der Biontech-Impfdosen werde sich gegenüber Mai verdoppeln. Aber auch die Impfzentren würden noch einige Zeit gebraucht, so der CDU-Politiker. Ihre Finanzierung sei bis einschließlich September gesichert.

In NRW sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts inzwischen 31 Prozent der Bevölkerung in NRW mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Vollständig geimpft sind in NRW laut den am Dienstag veröffentlichten Zahlen allerdings erst 7,9 Prozent in NRW. Das sind rund 1,4 Millionen von insgesamt fast sieben Millionen Geimpften im einwohnerstärksten Bundesland.

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist oder bereits erkrankt war, profitiert in NRW bereits von ersten Erleichterungen. Etwa im Einzelhandel müssen Geimpfte und Genesene seit Montag keinen negativen Schnelltest mehr vorweisen. Allerdings sind gewisse Fristen einzuhalten. Damit hatte NRW wie andere Bundesländer nicht auf den Bund gewartet, sondern schon vorher erste Lockerungen erlaubt.

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