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Hans-Josef Becker: „Ich selbst empfinde eine große Scham, dass so viel Leid und Unrecht geschehen konnte“

Paderborner Erzbischof: Kirche hat Täter geschützt

Paderborn (epd)

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat den Zustand der katholischen Kirche als „nicht gut“ bezeichnet. „Es hat Versagen, Fehlverhalten und auch schlimme Verbrechen gegeben“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

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Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (Archivbild). Foto: Besim Mazhiqi

Machtmissbrauch habe für „ein erschreckendes Ausmaß an Gewalt“ gesorgt. „Aus falscher Sorge um das Ansehen der Kirche wurden die Täter geschützt und wurde häufig den Betroffenen nicht genügend Schutz gewährt“, betonte er. „Ich selbst empfinde eine große Scham, dass so viel Leid und Unrecht geschehen konnte, auf ganz verschiedenen Ebenen.“

„Wir wissen aus heutiger Sicht, dass der Missbrauch auch systemische Gründe hat“, erklärte Becker. Dies werde zurzeit wissenschaftlich untersucht. Er wolle die Schuld nicht kleinreden, aber die katholische Kirche sei „auf einem richtigen Weg, die Ursachen zu bekämpfen“. „Wir werden den sexuellen Missbrauch in der Kirche weiter konsequent verfolgen und nach Kräften versuchen, ihn zu verhindern“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Die Opfer müssen oberste Priorität haben, und nicht der Schutz der Institution.“

Der Kampf gegen Missbrauch aller Art und die Aufarbeitung seien auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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