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US-Vorwahlen: Joe Biden marschiert in Richtung Nominierung

Sanders steht vor dem Aus

Washington (WB). Der eine – Ex-Vizepräsident Joe Biden – sprach am Dienstagabend bereits vom Weißen Haus, wo er „Anstand, Würde und Ehre“ wiederherstellen werde. Der andere – Bernie Sanders – verweigerte erstmals als Präsidentschafts-Bewerber seinen Anhängern eine Rede und zog sich mit den engsten Beratern zurück, um zu verarbeiten, was nach einem weiteren enttäuschenden Vorwahltag einen baldigen Ausstieg aus dem Rennen wahrscheinlich scheinen lässt.

Friedemann Diederichs

Die demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, Bernie Sanders (links) und Joe Biden, stehen während einer TV-Debatte nebeneinander. Foto: dpa

Denn mit den Siegen in den Bundesstaaten Michigan, Mississippi, Missouri und Idaho befindet sich der 77-jährige Joe Biden auf einem klaren Kurs zur Nominierung. Erneut profitierte Joe Biden von der Unterstützung der Afroamerikaner und weißen Wählern quer durch alle demoskopische Schichten, vor allem in den Vororten der Metropolen. Der 78 Jahre alte Sanders konnte wie schon am „Super Tuesday“ vor einer Woche lediglich auf Jungwähler setzen – aber seine Basis darüber hinaus kaum erweitern.

Biden lobt Sanders

„Joe Biden übernimmt die Kontrolle“, urteilte deshalb am Mittwoch die „New York Times“ und gab damit die generelle Einschätzung von Beobachtern wieder. Er sei nun „so gut wie sicher“ der Präsidentschaftskandidat. Biden vermied es allerdings in seiner Rede, zu viel Triumph zu zeigen – und lobte stattdessen Sanders und dessen Unterstützer.

Und er versuchte sich bereits daran, die Demokraten hinter sich zu vereinen. „Wir teilen ein gemeinsames Ziel,“ sagte er, „und zusammen werden wir Donald Trump besiegen.“ Und: Sein Comeback sei auch ein Comeback für die Seele dieser Nation. Zugleich machte das Trump-Team umgehend klar, welche Attacken der Präsident in den kommenden Monaten fahren will.

Zustimmungsquote hat gelitten

Sowohl Biden wie auch Sanders repräsentierten eine „sozialistische Agenda“, so Trumps Wahlkampfchef Brad Parscale. Deshalb sei Trump auf einem „unaufhaltsamen Weg in Richtung Wiederwahl“.

Doch eine frische Umfrage vom 10. März zeigt, dass die Zustimmungsquote des Präsidenten durch die Coronavirus-Krise und den Einbruch der Kurse an der Wall Street gelitten hat. 53,1 Prozent der US-Bürger sind derzeit mit der Arbeit Trumps nicht zufrieden, nur 42,7 Prozent sehen den Präsidenten und seine Entscheidungen positiv.

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