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Luftverkehr

Flug-Chaos am zweiten Ferienwochenende bleibt aus

Hamburg/Düsseldorf (dpa)

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein starten in die Sommerferien. Die Situation an einigen Flughäfen dürfte die Urlauber etwas beruhigen. Aber was kann man tun, wenn die Reise doch schon vor dem Check-In endet?

Von Christoph Zeiher, dpa

Reisende vor der Sicherheitskontrolle am Hamburger Flughafen. Das befürchtete Chaos blieb aus. Foto: Bodo Marks/dpa

Kaum ist der letzte Schultag vorbei, heißt es für viele: Ab in den Urlaub! In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern starten an diesem Wochenende die Sommerferien - in NRW rollt derweil schon die zweite Reisewelle.

Dort hatten Passagiere am vergangenen Wochenende mit teils chaotischen Zuständen an den Airports zu kämpfen. Entsprechend groß waren nun die Sorgen bei vielen Reisenden.

Wie ist die Lage an den Flughäfen?

Zwar strichen die Airlines auch in NRW am Samstag wieder etliche Flüge: Am Flughafen Köln/Bonn fielen nach Angaben des Flughafens Starts nach London, Palermo, Edinburgh, Nizza, München oder Pisa aus. Ein ähnliches Bild gab es am Flughafen in Düsseldorf.

Grundsätzlich aber hat sich die Lage im Westen deutlich entspannt. Reisende mussten sich in Düsseldorf am späten Vormittag auf Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen von bis zu 20 Minuten einstellen. Die Zeiten bei der Gepäckabfertigung variierten je nach Fluglinie. Nach der Beobachtung eines dpa-Mitarbeiters blieb die Länge der Schlangen vor den Schaltern im Rahmen. Am Flughafen Köln/Bonn bildeten sich zwar ebenfalls Warteschlangen. Nach Angaben einer Sprecherin aber liefen alle Prozesse im Terminal geordnet und ruhig ab.

Am Hamburger Flughafen begann der Samstag ebenfalls relativ entspannt. Es gebe kaum lange Schlangen, sagte eine Flughafensprecherin am Vormittag. Eine Sprecherin der für die Sicherheit am Airport zuständigen Bundespolizei sprach ebenfalls von einem relativ ruhigen Ablauf. Lediglich in den frühen Morgenstunden habe es etwas längere Wartezeiten gegeben.

Auch TV-Urgestein Hugo Egon Balder (72) war mit seiner Frau Elena unter den Passagieren am Hamburger Aiport. Auf Instagram postete sie am Samstag: «Flughafen Hamburg hat alles im Griff, keine Warteschlangen, sehr entspannt hier».

Am Airport in München ist man ebenfalls noch entspannt: Dort sieht man dem Start in die bayerischen Sommerferien im August relativ gelassen entgegen: «Wir unternehmen alles, damit das nicht passiert», sagte Flughafensprecher Ingo Anspach. Die dynamische Entwicklung stelle Flughäfen aber vor Probleme, weil an vielen Stellen Personal fehle. Während der Pandemie hätten viele Mitarbeiter von Dienstleistern in anderen Branchen Arbeit gefunden: «Es fehlt überall».

Was können Reisende tun?

Wer aber doch mal am Flughafen in der Warteschlange festhängt, sollte sich bemerkbar machen und die Situation vor Ort dokumentieren. Zum Beispiel: Fotos von den langen Schlangen aufnehmen, Quittungen von Einkäufen am Airport aufheben. «Vielleicht auch mit Mitreisenden vernetzen und eventuell die Kontaktdaten austauschen, um später Zeugen zu haben», schlägt Jan Philipp Stupnanek von der Verbraucherzentrale NRW vor.

Sorgen Probleme beim Einchecken für den verpassten Flug, wäre die Airline zuständig. Verpasst man einen Flug wegen Verzögerungen an der Sicherheitskontrolle, ist es nicht so leicht, Ansprüche auf Entschädigung geltend zu machen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW fällt das nämlich in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei.

Mit Blick auf etliche Flugausfälle und -verspätungen zieht das Verbraucherschutzministerium auch die Überprüfung der Vorkassepraxis bei Flügen in Betracht. Das Haus von Ministerin Steffi Lemke (Grüne) appellierte einer Sprecherin zufolge an die Flugunternehmen, ihrer «gesetzlichen Pflicht zur Rückerstattung innerhalb von sieben Tagen proaktiv» nachzukommen, wie die «Welt am Sonntag» berichtete. «Sonst wird man die Vorkassepraxis in ihrer jetzigen Form überprüfen müssen», sagte die Sprecherin der Zeitung. Bei Flugbuchungen müssen Verbraucher die Kosten für Tickets in der Regel im Voraus bezahlen.

Wie sieht es auf den Autobahnen aus?

Auf den Straßen sollte es laut ADAC an diesem Wochenende zwar voller werden als am vergangenen. Das höchste Staupotenzial gibt es auf den Strecken in Richtung Nord- und Ostseeküste und auf dem Weg in den Süden. Bis zum Samstagmittag aber waren zumindest in Nordrhein-Westfalen keine ungewöhnlich langen Staus zu vermelden. Traditionell dürfte es etwa zur Halbzeit der Sommerferien dort wieder trubeliger werden.

Etwas Erleichterung verspricht aus Sicht des Automobilclubs das Lkw-Ferienfahrverbot, das ab diesem Samstag bis Ende August immer samstags von 7.00 bis 20.00 Uhr gelte.

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