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Bischof Overbeck stellt sich gegen Verbot der Segnung homosexueller Paare durch katholisch Pfarrer

„Homosexualität neu bewerten“

Essen (dpa/WB)

Nach dem erneuerten Verbot der priesterlichen Segnung von homosexuellen Paaren durch den Vatikan fordern immer mehr Katholiken – auch Pfarrer – eine Kehrtwende. Unterstützung erhalten sie nun von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

 

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck auf einem Bild aus dem Jahr 2010. Foto: dpa

In einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Essen hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck eine «ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität» durch die katholische Kirche verlangt.

Nach dem Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare habe er zahlreiche Zuschriften von Seelsorgerinnen und Seelsorgern erhalten, die ihm ihre offene Ablehnung der Position des Vatikans übermittelt hätten, berichtete Overbeck nach einer Mitteilung des Bistums vom Freitag.

Die kirchliche Lehre verlange «dringend eine erweiterte Sichtweise auf die menschliche Sexualität», so Overbeck. Die Erklärung der Glaubenskongregation habe viele Menschen mit einer homosexuellen Orientierung gekränkt und verletzt. Eine solche Position werde in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptiert. Die Haltung der Gläubigen dürfe vom Vatikan nicht ignoriert werden.

Die Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen. Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne.

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