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Handwerkskammer OWL fordert mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie

Ärgernis Bauanträge

Bielefeld (WB)

Viele Jahre kannte das Handwerk in OWL nur eine Richtung: aufwärts. Das Corona-Jahr 2020 aber hat die Branche mit ihren rund 21.500 Betrieben und rund 160.000 Beschäftigten ausgebremst. Die zuständige Kammer in Bielefeld gibt die Schuld daran auch der Bürokratie in den Kommunen.

Paul Edgar Fels

Dachdecker hatten – wie das gesamte Bauhandwerk – in diesem Jahr erneut gut zu tun. Allerdings beklagt die Kammer, dass viele Baugenehmigungen deutlich zu lange auf sich warten lassen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Zusammen erwirtschafteten die Handwerksunternehmen in der Region einen Umsatz von rund 17,9 (Vorjahr 18,6) Milliarden Euro – das ist ein Minus von vier Prozent. Der Hauptgrund für ein insgesamt fast stabiles Geschäftsklima sei die gute Auslastung der Betriebe in den Bau- und Ausbauhandwerken.

Was die Prognose für das neue Jahr angeht, so hält sich die Kammer um Hauptgeschäftsführer Jens Prager zurück. „Die Tendenzen für das Jahr 2021 sind eng mit der Corona-Lage verbunden und somit schwer vorauszusagen“, erklärte Prager am Dienstag. Ins Jahr 2021 würden die Handwerksbetriebe wegen des Teil-Lockdowns ab November und des anschließenden harten Lockdowns „mit stark gezogener Handbremse“ starten. Massiv betroffen seien weiterhin die Betriebe, die wegen des Lockdowns komplett oder in Teilen schließen mussten. Prager: „Die wirtschaftliche Achterbahnfahrt wird auch für die vielen anderen Handwerksbetriebe und -branchen nicht beendet sein.“ Die finanzielle Hilfe der Politik sei richtig, um möglichst viele an sich gesunde Betriebe über diese Krisenphase zu bringen. Die Kammer wisse aber auch, dass es keine stetige bloße Fortschreibung von Hilfen geben wird.

Um die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu stärken, spricht sich die Handwerkskammer für mehr Flexibilität und mehr Innovationen in allen Bereichen aus. „Bürokratische Hürden müssen verringert werden“, betont Prager. Starke Probleme verursachten unverändert die „sehr schleppenden Bearbeitungen der Bauanträge in den zuständigen Bauämtern, über die sich immer mehr Bauunternehmer und Architekten beklagen. Das Hauptproblem ist die völlig unzureichende Digitalisierung der Behörden.“

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