Effekt wegen höherer Löhne nach der Pandemie

Corona steigert Rente

Frankfurt (WB)

Die Corona-Krise steigert die Renten. Das Ab und Auf der Wirtschaft in der Corona-Pandemie führt dazu, dass die Zahlungen künftig um drei bis vier Milliarden Euro jährlich höher ausfallen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf das Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik.

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Symbolbild Foto:

Nächstes Jahr werde diese zusätzliche Rentenerhöhung vier Milliarden Euro ausmachen, sagte Max-Planck-Professor Axel Börsch-Supan der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In den Jahren darauf sind es drei Milliarden Euro, dauerhaft.

„Wegen des ausgesetzten Nachholfaktors summiert sich das bis 2050 zu fast 100 Milliarden Euro.“ Die Zahlen sind inflationsbereinigt.

Der Hintergrund ist laut dem Bericht die Wirkung der sogenannten Rentengarantie. Wegen der Pandemie sind die Löhne in Deutschland im vergangenen Jahr gefallen, die Rentenversicherung gibt einen Rückgang von 2,3 Prozent an  – die Renten sinken aber nicht entsprechend mit.

Nach der Krise werden die Löhne wieder das alte Niveau erreichen. Das wiederum gilt für die Rente als Lohnerhöhung, und die Renten steigen mit. Seit 2018 steigen die Renten auch dann, wenn die Lohnsteigerungen nur frühere Lohnrückgänge ausgleichen. Damals wurde der so genannte „Nachholfaktor“ in der Rente gestrichen. Der Effekt: Das reine Ab und Auf der Wirtschaft steigert die Renten, auch ohne dass die Löhne steigen.

Wirtschaftswissenschaftler Axel Börsch-Supan Foto: imago stock&people

Die Deutsche Rentenversicherung verwies auf statistische Sondereffekte. Sie erschwerten die Berechnung. Das Sozialministerium betonte, dass die Renten noch nicht in diesem Jahr steigen.

Der rentenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel, kritisierte die Rentensteigerung. „Die Zahlen belegen erneut, was wir schon lange fordern: Die Bundesregierung muss den Nachholfaktor wieder einführen“, sagte er. „Ich freue mich über jeden Cent, den Rentnerinnen und Rentner mehr in der Tasche haben. Gleichzeitig ist es eine Frage der Fairness, dass sich Löhne und Renten langfristig im Gleichschritt bewegen.“

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