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Börse in Frankfurt

Dax schrammt knapp an Rekordhoch vorbei

Frankfurt/Main (dpa)

Von dpa

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der Dax hat am Freitag seine jüngsten Gewinne etwas ausgebaut. Frischer Schub war im späten Handel zwischenzeitlich von überraschend robusten US-Jobdaten gekommen, so dass der deutsche Leitindex nur knapp den Sprung auf ein Rekordhoch verpasst hatte.

Am Ende legte das Börsenbarometer um 0,11 Prozent auf 15.761,45 Punkte zu. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,4 Prozent.

Der MDax der mittelgroßen Werte war im frühen Handel am Freitag auf einen Höchststand geklettert, geriet jedoch schnell unter Druck und verlor letztlich 0,45 Prozent auf 35.566,41 Punkte. Der Nebenwerteindex SDax trat am Ende nahezu auf der Stelle, nachdem auch er zuvor eine Bestmarke erreicht hatte.

Die US-Wirtschaft schuf im Juli mehr Arbeitsplätze als erwartet. Die Arbeitslosenquote sank überraschend stark auf den tiefsten Stand seit der Anfangsphase der Corona-Krise. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen zum Vormonat etwas deutlicher als erwartet. Zu Beginn der Krise war die Beschäftigung im Frühjahr 2020 mit Rekordtempo eingebrochen. Seitdem erholt sich der Arbeitsmarkt. Allerdings sind immer noch viele Millionen Amerikaner ohne Job.

Ökonomen sehen denn auch trotz der deutlichen Erholung noch Defizite am US-Arbeitsmarkt. «Der Jobaufbau fällt in absoluter Betrachtung zwar hoch aus, doch im Verhältnis zu den offenen Stellen ist das vermeldete Plus verhältnismäßig gering», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Neben den US-Jobdaten standen auch an diesem Freitag Unternehmenszahlen im Blick der Anleger, darunter jene der Dax-Konzerne Vonovia und Allianz. Die Aktien des Versicherers zogen an der Dax-Spitze um zweieinhalb Prozent an und milderten damit eine düstere Handelswoche. Ein verbesserter Ausblick auf das laufende Jahr und angekündigte Aktienrückkäufe ließen die Anleger zugreifen. Am Montag hatte ein Kursrutsch wegen einer Warnung vor möglichen Belastungen im US-Vermögensverwaltungsgeschäft die Anteilscheine noch auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar gedrückt, von dem sie sich nun etwas weiter erholten.

Bei Vonovia honorierten die Anleger den aufgehellten Ausblick des Immobilienkonzerns mit einem Kursgewinn von 0,6 Prozent. Dank Auslandszukäufen und höheren Mieteinnahmen laufen die Geschäfte besser als erwartet.

Unter den schwächsten Werten im MDax sackten die Papiere von Auto1 um mehr als sieben Prozent ab, nachdem der Online-Gebrauchtwagenhändler die Prognose für die operative Marge gesenkt hatte. An der SDax-Spitze profitierten die Anteilscheine von RTL mit einem Plus von gut sieben Prozent von angehobenen Jahreszielen des Medienkonzerns und einer angekündigten Übernahme der deutschen Magazingeschäfte und -marken des Hamburger Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,32 Prozent auf 4174,54 Zähler vor. Der Pariser Cac 40 legte noch etwas deutlicher zu, während der FTSE 100 in London kaum verändert schloss. An der Wall Street verzeichnete der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderate Gewinne.

Der Kurs des Euro litt unter den starken Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und notierte zuletzt bei 1,1761 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1807 (Donnerstag: 1,1850) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8470 (0,8439) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,56 Prozent am Vortag auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 146,33 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,44 Prozent auf 176,53 Punkte ein.

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