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Rewe setzt auf digitale Alternative – Edeka stellt auf Öko-Papier um

E-Mail ersetzt Kassenbon

Bielefeld (WB). Kurz vor der Einführung der Kassenbonpflicht entwickeln Supermärkte zunehmend Ideen, wie sie die negativen Folgen für die Umwelt eindämmen. So können etwa Kunden von Rewe sowie schon seit einiger Zeit von Real auf den Papierausdruck verzichten und sich den Bon stattdessen per E-Mail zuschicken lassen. Voraussetzung ist vorläufig noch, dass sie eine Payback-Karte besitzen. Deutschlandweit hat Payback nach eigenen Angaben 31 Millionen Karten ausgegeben. Das Bundesfinanzministerium hat nach Angaben von Pressesprecherin Helena Bechtle keinen Einwand gegen den Kassenbon per Mail.

Bernhard Hertlein

Ab Januar besteht die Pflicht, bei jeder Transaktion in Supermärkten, Geschäften oder Cafés einen Beleg auszugeben. Foto: dpa

Einen anderen Weg geht Edeka. In den Supermärkten des Konzerns und des angeschlossenen Discounters Netto wird das bisher übliche Thermopapier nach und nach durch ein umweltfreundlicheres ersetzt. Der Ersatz funktioniere ohne chemischen Farbentwickler und sei wie normales Papier recycelbar. Weiterer Vorteil aus Sicht der Edeka für die Kunden: Das Öko-Thermopapier verblasse unter Licht- und Feuchtigkeitseinfluss auch nicht. Bei dem Schadstoff auf herkömmlichem Thermopapier handelt es sich nach Angabe des BUND um Bisphenol A. In der EU ab 2020 verboten, stecke er derzeit in 14 von 19 Kassenbons.

Indessen bekräftigen die Bundeskanzlerin und der Bundesfinanzminister beinahe täglich, dass sie an der Einführung der „Belegausgabepflicht“ zum 1. Januar 2020 festhalten wollen. Hintergrund sind Schätzungen unter anderem der Deutschen Steuergewerkschaft, wonach dem Fiskus sonst jährlich zehn Milliarden Euro verloren gehen. Handel und Gastronomie weisen dies entschieden zurück. Schaden befürchtet Regina Tönsing, Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes Dehoga in Ostwestfalen, zum Beispiel für Getränketheken. Noch wisse die Branche nicht, wie sie die Anforderung etwa in der Halbzeit von Fußballspielen oder in den Pausen von Theateraufführungen durchsetzen solle. ­

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