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Ex-Emnid-Chef und Meinungsforscher Hartmut Scheffler

Echte statt „alternative“ Wahrheit

Bielefeld (WB/in)

„Markt- und Meinungsforschung sind ein wichtiges Element lebendiger Demokratie“, sagt der Bielefelder Ex-TNS-Emnid-Chef Hartmut Scheffler.

 

Hartmut Scheffler kam Anfang der 1980er Jahre zu Emnid und stand war mehr als 30 Jahre an der Spitze. In dieser Zeit wechselte das Bielefelder Unternehmen mehrmals den Eigentümer wechselte, wurde auch unter anderen Namen wie Emnid-Sofres, TNS Emnid, TNS Infratest und Kantar geführt. Foto:

Beide sieht er durch das Verhalten von Teilen der Bevölkerung bis hin zu Noch-US-Präsident Donald Trump in großer Gefahr.

Verschwörungstheorien könnten heutzutage noch so abenteuerlich sein, sie würden doch in den Sozialen Netzwerken verbreitet. Wenn aber wissenschaftliche Forschung und ihre Ergebnisse von der Medizin bis zur Sozialwissenschaft keine Rolle mehr spielten, dann sei der Weg für Autokraten und Diktatoren offen, ihre eigenen sogenannten alternativen „Wahrheiten“ zu produzieren, sagt Scheffler.

Und wenn Meinungen nicht mehr solide in Umfragen erhoben würden, dann sei die Gefahr groß, dass diejenigen mit den meisten Followern die öffentliche Debatte bestimmten. Seriöse angewandte Sozialforschung wisse um ihre Grenzen, die Produzenten von Fake News überschritten diese permanent.

Scheffler war außer in der Leitung von Emnid auch in der Forschung und auf Verbandsebene sehr aktiv. Von 2005 bis 2017 war er Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes der privatwirtschaftlichen Markt- und Sozialforschungsinstitute in Deutschland, ADM. Über ihn schrieb das Fachmagazin Horizont: „Kaum einer steht so beispielhaft für die deutsche Marktforschung und hat sich für ihre Anerkennung, ihre Qualität und ihren Fortbestand eingesetzt wie Hartmut Scheffler.“ 2009 wurde er zum „Marktforscher des Jahres“ gewählt.

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