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Fernhochschule – interessante Alternative zum Uni-Besuch

Die Hochschullandschaft Nordrhein-Westfalens ist vielfältig: Sie reicht von öffentlich-rechtlichen Universitäten und Fachhochschulen über staatliche Kunst- und Musikhochschulen bis zu privaten sowie kirchlichen Hochschulen und Verwaltungshochschulen. Gleiches gilt für viele weitere deutsche Bundesländer, trotzdem ziehen viele junge Menschen eine Ausbildung über die Fernhochschule vor.

Aschendorff Medien

Ob im Präsenzunterricht oder beim Fernstudium, ohne Lerneinsatz klappt es nicht mit dem Abschluss. Foto: Pixabay.com © JESHOOTS-com CCO Public Domain

Durch die regelmäßigen Schließungen von Unis und Co. seit 2020 bis heute haben viele Studenten einen Einblick in den Online-Unterricht erhalten. Sie lernten positive wie negative Aspekte kennen, die je nach individueller Erfahrung und Meinung zu Begeisterung oder Ablehnung führten.

Corona-Tests für Uni- und Schulbesuch

Es ist zurzeit nicht ganz einfach, wenn es denn Präsenzunterricht gibt, daran teilzunehmen. Beispielsweise in Nordrhein-Westfalen steht die Verpflichtung zu einem Corona-Selbsttest in der Grundschule in der Kritik. Vor allem Eltern von Erstklässlern gehen auf die Barrikaden, weil sie diesen für Kinder in einem Alter von sechs bis sieben Jahren für unzumutbar halten. In den Unis geht es größtenteils digital weiter. Jedoch vermehren sich die Tests, beispielsweise um Veranstaltungen durchführen zu können. So gibt es auf dem Campus Nord der Technischen Universität Dortmund ein riesiges Testzelt. Sowohl die Studenten als auch Mitarbeiter bekommen dort einen Corona-Test. Ein positives Ergebnis ermöglicht ihnen den Zutritt zu den Laboren und Büros. Eigeninitiative ist bei der Auswertung angesagt, der Zeitaufwand ist verhältnismäßig groß.

Vorteile des Besuchs einer Fernhochschule

Ein Online-Studium an einer Fernhochschule birgt einige Vorteile:

  • flexible Zeiteinteilung, wobei jeder das Lernprogramm seinem individuellen Bio- und Tagesrhythmus anpassen kann
  • wer in seinen eigenen vier Wänden lernt, kann nicht von Studienkollegen abgelenkt werden und sich deshalb in der Regel besser konzentrieren
  • man kann das Lerntempo selbst bestimmen, feste Zeitvorgaben gibt es nicht
  • Studenten können sich nicht – wie im Hörsaal – in den Vordergrund spielen und dadurch andere Kommilitonen einschüchtern
  • Freiheit bei der Kursauswahl, z.B. sind Vertiefungsfächer von Anfang an belegbar
  • ansteckende Krankheiten, Krücken oder Rollstuhl stellen zu Hause kein Hinderungsgrund für das Lernen dar
  • die Kommunikation mit Professoren fällt vielen Studenten per E-Mail leichter als vor Publikum

Ist ein Fernstudium ebenso viel wert wie Präsenzunterricht im Hörsaal?

Ein wesentlicher Aspekt für die Entscheidung für oder gegen eine Fernhochschule ist die Anerkennung des Abschlusses. Eine allgemeingültige Aussage über den Wert eines Fernstudiums gibt es nicht. Vielmehr kommt es auf den Anbieter und den jeweils gewählten Fernstudiengang an. Nur teilweise steht am Ende ein akademischer Grad. Für die berufliche Zukunft kann er jedoch von Bedeutung sein. In vielen Bereichen wird allerdings auch ein nicht-akademischer Abschluss als sinnvoll angesehen und anerkannt.

Was sollte man bei der Auswahl einer Fernhochschule beachten?

Fernstudium ist kein geschützter Begriff. D.h., jeder entsprechende Anbieter kann seine Offerte so bezeichnen. Ein Garant dafür, dass es sich dabei um eine Fernhochschule handelt, die mit einem akademischen Grad abgeschlossen wird, ist diese Bezeichnung nicht. Bevor man sich für eine Institution entscheidet, sollte man sich ausführlich über diese informieren. Es lohnt sich außerdem, deren Angebote miteinander zu vergleichen, um das Bestmögliche für die jeweils persönlichen Ansprüche herauszufinden.

Akademische Ausbildung

Beschäftigt man sich näher mit einem Angebot einer Fernhochschule, lässt sich schnell erkennen, ob ausschließlich ein nicht-akademischer Abschluss möglich ist. Handelt es sich um ein akademisches Fernstudium, führt dieses selbstverständlich auch zu einem akademischen Grad – entweder dem Master- oder dem Bachelorabschluss. Für Ersteren kann mit einer Studienzeit von etwa zwei Jahren gerechnet werden, wobei es natürlich auf jeden selbst ankommt. Wer neben seiner Berufstätigkeit am Online-Unterricht einer Fernhochschule teilnimmt, benötigt sicherlich länger als andere, die sich allein auf das Studium konzentrieren können. Gleiches gilt für den Bachelorabschluss, im Schnitt lassen sich etwa drei bis vier Jahren ansetzen. Im Übrigen ist auch für die Fernhochschule eine Hochschulzugangsberechtigung erforderlich (z.B. Abitur).

Nicht-akademische Ausbildung

Fernhochschulen, die einen nicht-akademischen Abschluss nach sich ziehen, stellen weniger hohe Anforderungen an die Kursteilnehmer. Die Fernlehrgänge sind eher als kompetente Weiterbildungsmaßnahmen in einem bestimmten, fachlichen Bereich anzusehen. Im Vergleich zum akademischen Fernstudium dauern sie meist kürzer. Je nach Fachbereich und Kursen schwankt die Zeitspanne für die Regelstudienzeit jedoch stark. Oftmals werden von Fernhochschulen Kombi-Pakete angeboten, die aus verschiedenen Modulen bestehen.

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