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Tarifkonflikt

Flughäfen: Verdi-Warnstreik traf 102.000 Passagiere

Berlin/Frankfurt (dpa)

Mit einem Warnstreik haben die privaten Sicherheitsleute den Betrieb der größeren deutschen Flughäfen erneut empfindlich getroffen.

Von dpa

Reisende stehen in langen Schlangen vor dem Check-In (r) und quer durch das Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle im Flughafen Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa

Der nahezu flächendeckende Warnstreik der Luftsicherheitskräfte vom Dienstag hat laut einer Erhebung des Flughafenverbandes ADV rund 102.000 Passagiere getroffen.

756 Flüge mussten demnach an den neun bestreikten Flughäfen gestrichen werden. Dieses Ergebnis einer Schnellumfrage unter den Mitgliedsflughäfen zeige die Unverhältnismäßigkeit der sogenannten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi, erklärte der Verband am Mittwoch in Berlin. Weil zudem Fracht- und Personalkontrollen bestreikt wurden, seien auch dort negative Folgen spürbar gewesen.

Forderungen in den Tarifverhandlungen

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen, den Stundenlohn um mindestens einen Euro zu erhöhen. Wesentlich kostspieliger könnten regionale Angleichungen sowie vereinheitlichte Tarifgruppen werden, die den Arbeitgebern zufolge für einzelne Beschäftigte bis zu 40 Prozent mehr Gehalt bringen würden. Die Arbeitgeber werfen der Gewerkschaft Maßlosigkeit vor, nachdem man bereits bis zu 22 Prozent angeboten habe. Nach vier Verhandlungsrunden wollen sich beide Seiten an diesem Donnerstag in Raunheim bei Frankfurt erneut treffen.

«Wir erwarten eine schnelle Einigung, damit die Auseinandersetzungen beendet werden», sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Das Image des Luftverkehrsstandorts Deutschland bei internationalen Reisenden werde sonst weiter beeinträchtigt. Die Flughäfen als unbeteiligte Partei erlitten an jedem Streiktag einen wirtschaftlichen Schaden von über 2,55 Millionen Euro. Da seien die höheren Schäden bei Airlines und Passagieren noch nicht eingerechnet.

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