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Gläubiger stimmen Insolvenzplan am Freitag zu

Flughafen Paderborn-Lippstadt gerettet

Büren/Paderborn (...

Die Gläubigerversammlung hat dem Insolvenzplan für den Flughafen Paderborn-Lippstadt (PAD) am Freitag zugestimmt. Damit ist die Zukunft des einzigen Regionalflughafens in Ostwestfalen-Lippe gesichert.

wn

Zukunft gesichert: der einzige Regionalflughafen in Ostwestfalen-Lippe befindet sich in Büren-Ahden (Kreis Paderborn).

Die Entscheidung fiel nach Angaben des Generalbevollmächtigten Dr.Yorck T. Streitbörger vom Bielefelder Büro der Wirtschaftskanzlei Streitbörger einstimmig. Das Amtsgericht Paderborn hat den Insolvenzplan daraufhin sofort genehmigt.

Dr. Yorck Streitbörger Foto: Jörn Hannemann

Damit könne die Sanierung „innerhalb der nächsten Wochen“ abgeschlossen werden. Die Zukunft von Paderborn-Lippstadt als einem trotz reduzierten Personals vollwertigen Flughafen sei gesichert. Es war, so Streitbörger, die erste erfolgreiche Sanierung eines Regionalflughafens in Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung in Deutschland.

Antrag auf Insolvenz am 22. September 2020

Der OWL-Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt hatte am 22. September 2020 Insolvenz beantragt. Am 1. Dezember eröffnete das Amtsgericht Paderborn das Verfahren in Eigenverwaltung. Nur drei Wochen später erklärte es den vorgelegten Insolvenzplan für zulässig.

Die Gläubiger, deren Interessen von Stefan Meyer (Pluta Rechtsanwalts GmbH) vertreten wurden, stimmten einer einheitlichen Insolvenzquote von 25 Prozent zu. Die größten Gläubiger sind die Sparkasse Paderborn, die Kommunale Zusatzversorgungskasse (KVW, Münster) und die Bundesagentur für Arbeit. Laut Sanierungsplan wird der jährliche Zuschuss der kommunalen Gesellschafter von bislang bis zu fünf auf maximal 2,5 Millionen Euro sinken. Den größten Anteil an der Flughafen GmbH hält der Kreis Paderborn. Der Zuschuss sei, wie Streitbörger betont, kein Verlustausgleich, sondern finanziere die hoheitlichen Aufgaben des Flughafens. Dieser sei schließlich verpflichtet, den Betrieb an 365 Tagen im Jahr zu sichern. Ein Großteil der Mittel werde gebraucht, um die fortwährende Einsatzbereitschaft der Betriebsfeuerwehr zu sichern.

Künftig noch 300.000 Passagiere im Jahr

Die Belegschaft schrumpft von 170 auf rund 65 Beschäftigte; davon Mitarbeiter der Feuerwehr. „Ohne den harten personellen Einschnitt wäre die Sanierung nicht möglich und die Regelinsolvenz mit drohender Stilllegung unabwendbar gewesen“, sagt Streitbörger. Das verbleibende Personal reiche aus, um anstelle von zuletzt 700.000 künftig noch 300.000 Passagiere pro Jahr zu bewältigen. Sollten irgendwann wieder mehr Fluggäste in Paderborn-Lippstadt abfliegen wollen, könne sich diese Zahl auch wieder ändern.

Dr. Marc Cezanne, seit 2013 und auch während des Verfahrens Geschäftsführer des Flughafens, wird laut Insolvenzplan diese Aufgabe auch weiter wahrnehmen.

Dr. Marc Cézanne Cezanne Foto: Jörn Hannemann
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