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Haller Modeunternehmen sucht per Headhunter einen neuen Vorstandschef

Gerry Weber: Gedat keine Dauerlösung

Halle (WB). Aus der Übergangslösung an der Spitze des Haller Modekonzerns Gerry Weber soll keine Dauerlösung werden: Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Gedat (55) will die Aufgabe als Interims-Vorstandsvorchef nicht über das laufende Jahr hin­aus ausüben. Der „Textilwirtschaft“ sagte er nach dem am Freitag verkündeten Abgang von Vorstandssprecher Johannes Ehling und Produktvorstand Urun Gursu: „Dass ich das mehrere Jahre mache, ist ausgeschlossen.“

Oliver Horst

Mode des Haller Damenmodekonzerns Gerry Weber. Das Unternehmen sucht einen neuen Chef. Foto: dpa

Auf das laufende Kalenderjahr habe sich Gedat, von 2012 bis 2017 Chef der Modemarke Marc O’Polo und seit April 2019 Aufsichtsratschef des Herforder Modekonzerns Ahlers, aber eingestellt. Auf einen „guten Kandidaten“ müsse man schon mal ein halbes Jahr warten. Der soll dann sowohl die Aufgaben Ehlings im Bereich Vertrieb und Marke als auch Ursus im Bereich Produkt verantworten. „Wir haben bereits einen Headhunter beauftragt“, sagt Gedat.

Der neue Mann oder die neue Frau an der Konzernspitze soll künftig gemeinsam mit Finanzexperte Florian Frank, der seinen Vertrag jüngst um ein Jahr verlängert hat, den Vorstand bilden. Bis dahin will der in Bayern lebende Gedat an mehreren Tagen in der Woche in der Haller Konzernzentrale präsent sein.

Die Gründe, warum Ehling (53/Vertrag bis April 2021) und Gursu (40/Vertrag bis Frühjahr 2022) zum Monatsende „auf eigenen Wunsch“ ausscheiden, bleiben derweil weiterhin unklar. Vorstandssprecher Ehling hatte dies nebulös mit dem „Kontrollwechsel“ begründet – nach der überstandenen Insolvenz in Eigenverwaltung haben drei Finanzinvestoren als neue Eigentümer das Sagen. Sie hatten im Januar auch vier Branchenexperten als Berater angeheuert – darunter Ex-Vorstand Norbert Steinke.

Gedat sagte der „Textilwoche“, dass die Herbst-/Wintersaison „nicht gut gelaufen ist“. Auch habe es bei Standardware, die immer verfügbar sein sollte, Engpässe gegeben. Für die Marken Samoon und Taifun werde es ab April wieder eine eigene Leitung geben, um eine schärfere Trennung zur Stammmarke Gerry Weber zu erreichen.

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