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IHK Ostwestfalen erleichtert über Brexit-Deal

„Haben jetzt Planungssicherheit“

Bielefeld (WB)

Das Abkommen der Europäischen Union (EU) mit Großbritannien hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen am Dienstag als gute Nachricht bezeichnet

Paul Edgar Fels

IHK-Geschäftsführer Harald Grefe Foto: Büscher

. „Wir müssen den Inhalt zwar jetzt erst einmal genauer analysieren und vor allem ein wenig abwarten, was das Abkommen für die Praxis bedeutet, aber unsere Unternehmen haben jetzt zumindest Planungssicherheit. Vor allem diese wurde in jüngster Zeit immer lauter eingefordert“, sagt Harald Grefe, Geschäftsführer International der IHK.

Gerade in Zeiten der Corona-Krise, zunehmender Handelskonflikte und globalem Protektionismus sei es im Interesse aller Seiten, dass die EU ihre Beziehungen mit dem UK so eng wie möglich gestaltet. Dennoch seien Einschränkungen in den Lieferketten und lange Wartezeiten an den Grenzen nicht vom Tisch. Auf britischer Seite gebe es noch immer keine funktionierende ausreichende Infrastruktur für die Zollabwicklung.

Immerhin haben deutsche Unternehmen 2500 Niederlassungen in Großbritannien und beschäftigen dort über 400.000 Mitarbeiter. Rund 500 Unternehmen aus Ostwestfalen unterhalten Exportbeziehungen mit Großbritannien – davon 60 mit eigenen Niederlassungen oder Produktionsstandorten auf der Insel. Nach Schätzungen der IHK belief sich das Exportvolumen ostwestfälischer Unternehmen nach Großbritannien 2019 auf über eine Milliarde Euro. Die Geschäfte mit UK sicherten damit auch Jobs in der Region.

Die Brexit-Unsicherheiten hätten seit dem Referendum 2016 deutliche Spuren hinterlassen. So seien die deutschen Exporte nach UK von 89 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 79 Milliarden Euro 2019 gesunken. Grefe: „Dadurch ist das Vereinigte Königreich von Rang 3 auf Rang 7 der wichtigsten deutschen Handelspartner abgerutscht.“ Dieser Trend setzte sich 2020 fort.

Enttäuscht über den Brexit-Deal ist derweil die Textil- und Bekleidungsbranche. Silvia Jungbauer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der Gesamtmasche, sagte, es werde ein harter und teurer Bruch. Trotz des Deals könne von Freihandel keine Rede sein.

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