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Delbrücker Autobauer Artega präsentiert umstrittenes E-Stadtauto auf IAA

Karo statt Karolino

Frankfurt/Delbrück (WB). Der Rechtsstreit der vergangenen Wochen überschattet den ganz großen Auftritt des kleinen Stadtflitzers aus Delbrück. Doch gestern Mittag enthüllt Klaus Dieter Frers auf der IAA in Frankfurt den Artega Karo: ein Elektro-Stadtauto, das ab 14.275 Euro erhältlich ist.

Oliver Horst und Wolfgang Schäffer

Klaus Dieter Frers präsentiert auf der IAA das »Autochen«: den Mikro-Stadtwagen Artega Karo mit Elektromotor. Foto: Wolfgang Schäffer

Nachahmungsvorwürfe der Schweizer Erfinderfamilie Ouboter, die den Microlino entwickelt hat, der als Basis des Artega Karo gilt, hatten die Weltpremiere bis zuletzt gefährdet. Jüngst hatte auch das Oberlandesgericht München eine entsprechende Einstweilige Verfügung erlassen.

Frers reagierte darauf – mit der Umbenennung des eigentlich Karolino getauften Fahrzeugs in Karo. Zudem unterscheide sich das weiterentwickelte Fahrzeug der Delbrücker Autoschmiede optisch und auch in mehr als 150 technischen Punkten deutlich vom Vorserien-Microlino. Den Fertigungsauftrag hatte Artega mit der Übernahme des italienischen Autobauers TMI mit eingekauft. Um den Weg für den Karo-Lieferstart im vierten Quartal endgültig freizumachen, setzt Frers auf eine außergerichtliche Einigung mit der Familie Ouboter. Entsprechende Verhandlungen laufen.

Der Karo wird in vier Grundausstattungen angeboten. Antriebstechnik und Fahrwerk sind in allen Varianten identisch. Der E-Motor hat eine Leistung von 15 PS und beschleunigt den Wagen auf bis zu Tempo 90. Der Zweisitzer mit einem Kofferraumvolumen von 300 Litern erinnert optisch an die Kabinenroller der 50er Jahre. Und der Einstieg erfolgt wie damals über eine Fronttür, die samt Lenkrad nach oben schwenkt.

Zum Verkaufsstart bietet Artega den »Intro« als auf 500 Stück limitierte Sonderedition an. Das Modell ist in zwei Sonderlackierungen und einer exklusiven Velours-/Leder-Ausstattung zum Preis von 21.995 Euro erhältlich. Der staatliche Umweltbonus von 4000 Euro kann davon noch abgezogen werden.

Das Basismodell »Classic« beginnt bei 14.275 Euro. Die Varianten »Style« (Basispreis 15.995 Euro) und »Edition« (17.995 Euro) werten das Fahrzeug mit weiteren Merkmalen im Innenraum und Außendesign auf. Gegen Aufpreis gibt es eine größere Batterie, mit der sich die Reichweite in vierstündiger Ladezeit von 125 auf 200 Kilometer verlängert. Die Serienfertigung soll 2020 starten. Bei der Bestellung werden 2500 Euro Anzahlung Euro fällig, die eine Bürgschaftsversicherung absichert.

Artega zeigt aber nicht nur den Karo auf der IAA, sondern auch Teile des Scalo Elletra T/C. »Der Elek­tro-Sportwagen kann auf Rennstrecken flüsterleise fahren und damit die vielfach wegen Lärmauflagen begrenzten Streckenzeiten ausweiten«, sagt Frers. Der Renner mit Hinterradantrieb fährt in der Spitze Tempo 250 und beschleunigt von null auf 100 in vier Sekunden. »Eine Ladung reicht für 45 Minuten Vollgas, aufgeladen ist der Akku wieder in 40 Minuten«, sagt Frers. Der Elletra T/C werde 2020 ausgeliefert.

Ein Jahr später soll mit einer Straßenzulassung der Superelletra folgen. »Er wird dann insgesamt von vier Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse angetrieben«, sagt Frers. Der Supersportwagen soll in kleiner Stückzahl auf den Markt kommen und dürfte bis zu eine Million Euro kosten.

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