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Kreditkartenarten, NFC und Co.: Worauf es bei Kreditkarten ankommt

Bargeld verschwindet zunehmend aus unserem Alltag. Gab es früher lediglich die Wahl zwischen der Karte für das Girokonto und einer sehr begrenzten Anzahl an Kreditkarten, sind die Auswahlmöglichkeiten heute deutlich größer. Was für unterschiedliche Kreditkarten gibt es? Und was ist NFC?

Aschendorff Medien

Foto:

girocard

Die girocard hat in diesem Jahr ihr 30jähriges Jubiläum gefeiert. 1990 machte die EC-Karte das bargeldlose Bezahlen mit Karte und der persönlichen Geheimzahl möglich. Sie löste damit das Bezahlen mit dem Scheck im Alltag zum großen Teil ab. Die girocard ist mit einem Girokonto verbunden und bucht direkt von diesem den ausgegebenen Betrag ab. Die EC-Karte wurde lange in ein Kartenlesegerät eingesteckt oder durchgezogen.

Seit einigen Jahren ist das kontaktlose Bezahlen mit der girocard möglich. Das bedeutet: Die Karte wird zum Einlesen vor das Gerät gehalten. Wer diese Funktion für kleinere Beträge von höchstens 25 Euro nutzt, muss nicht einmal seine PIN eingeben. Es ist eine der meistgenutzten Funktionen der girocard und steigerte direkt den Umsatz mit den Karten. Die Banken rechnen damit, dass 2020 mehr als 75 Millionen girocards mit der kontaktlos-Funktion ausgestattet sind. Die Anzahl an Kontaktlos-Zahlungen ist alleine im Jahr 2019 von 19,0 auf 35,7 Prozent gestiegen. Im Juni 2020 waren bereits die Hälfte alle Zahlungen mit einer girocard kontaktlos. Sowohl für Händler als auch für die zahlenden Kunden scheint das kontaktlose Bezahlen ein gutes Argument für die girocard zu sein. Diese Near Field Communication (abgekürzt NFC) wird allmählich zum Standard für Karten jeglicher Art.

Kreditkarten

In Deutschland sind sie nach wie vor nicht sehr verbreitet: Kreditkarten. Nur etwa 32 Prozent aller Deutschen verfügen über eine Kreditkarte. Anders ist die Entwicklung in den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich diese Zahlungsmethode rasend schnell in den Vereinigten Staaten. Bei der klassischen Karte profitierte der Nutzer den ganzen Monat von seinem Kreditrahmen. Erst am Ende des Monats wurden die Ausgaben fällig. International sind Kreditkarten in vielen Ländern ein Must-Have. Nur mit ihnen lassen sich Mietautos, Hotels, Flüge oder ähnliches buchen, denn sie gelten als Sicherheit. Der Käufer identifiziert sich mit der Kreditkarte und das Risiko liegt nicht beim Anbieter, sondern zu einem großen Teil beim Kreditinstitut.

Bei vielen Konten bieten die Banken ihren Kunden zusätzlich eine Kreditkarte an. Aber die Unterschiede sind hier groß und nicht immer ist diese Variante für den Kunden wirklich sinnvoll. Denn hinter den Namen Visa, Mastercard oder American Express verstecken sich je nach Kooperationspartner ganz unterschiedliche Sachen. So gibt es alleine bei den Kreditkartentypen große Unterschiede:

Charge-Card: Hierbei erfolgt einmal im Monat das Abbuchen der Umsätze des Kartenkontos vom Girokonto.
Debit-Card: Das Abbuchen der Umsätze erfolgt 24 Stunden nach dem Einkauf vom Girokonto.
Prepaid-Karte: Hierbei wird ein bestimmtes Guthaben auf die Karte gebucht. Ausschließlich dieses Guthaben ist verfügbar.
Revolving-Credit-Card: Bei dieser Karte hat der Inhaber einen monatlichen Kreditrahmen. Die Summe lässt sich in Raten oder auf einmal zurückzahlen.

In Deutschland ist die Charge Card die häufigste Kreditkarte. In den USA wird stattdessen die Revolving-Credit-Card am meisten genutzt.

Foto: pixabay

Als Kunde sind auch die Zusatzfunktionen und die Gebührenregeln interessant. Denn bei den verschiedenen Anbietern gibt es große Unterschiede was die Kosten und attraktive Zusätze der Karte angeht:

Kreditkarte mit oder ohne Jahresgebühr Kreditkarte mit Cashback oder ähnlichen Bonusprogrammen weltweit kostenlos Bargeld abheben inkludierte Reiserücktrittsversicherung Bonusprogramme wie Miles&More

Worauf ein Kunde noch bei der Wahl seiner Kreditkarte achten sollte, zeigt die Kreditkarten-Übersicht auf STERN. Hier finden sich auch Tipps, für wen welche Kartenart besonders geeignet ist.

Wie funktioniert NFC?

Bei Smartphones gehört der kontaktlose Austausch von Daten auf kurze Distanz bereits lange zum Standard. Immer mehr Geschäfte und Banken nutzen diese Art der schnellen Datenübertragung zum Bezahlen. Karten mit einem Wellensymbol sind NFC-fähig. Auch in den Geschäften, die diesen Service anbieten, findet sich eines der Wellensymbole. Auch das Bezahlen mit dem Smartphone ist mit dieser Technik möglich. Die Karte oder das Smartphone werden zum Bezahlen einfach für einen kurzen Moment mit einem maximalen Abstand von vier Zentimetern an den entsprechenden Terminal gehalten.

Hinweis: Wird eine Karte mit einem NFC-Symbol gestohlen, ist das rasche Sperren der Karte sehr wichtig. Denn für kleine Summen ist bei dieser Technik weder die PIN noch eine Unterschrift beim Bezahlen notwendig. Was es im Alltag angenehm und leicht macht, erleichtert es in dem Fall leider auch Dieben.

Online-Handel und Kreditkarten

Der Boom des Online-Handels hält an. Obwohl sie bei ihnen eine Gebühr zahlen müssen, sind Kreditkarten bei mittelgroßen bis großen Online-Händlern als Zahlungsmethode beliebt.

Foto: Pixabay

Für den  Verkäufer gewinnt der Kauf hierdurch an Sicherheit. Schließlich muss sich der Käufer durch die Eingabe seiner Kreditkartennummer identifizieren. Da Banken Kreditkarten nur an Kunden mit einem regelmäßigen Zahlungseingang vergeben, weiß der Verkäufer, dass eine ausreichende Bonität vorhanden ist. Kommt es zu einem Zahlungsausfall, haftet das Kreditkartenunternehmen hierfür.

Bonus für den Käufer: Der Versand geht beim Zahlen mit einer Kreditkarte sehr schnell, denn die Ware wird umgehend ausgeliefert. Der Bestellprozess wird leichter und schneller.

Hinweis: Für kleine Unternehmen rechnet sich das Angebot durch die hohen Gebühren der Kartenunternehmen nicht.

Kreditkarten: Sicherheit im Internet

So praktisch die Kreditkarten als Bezahlmethode beim Online-Handel sind: Wie steht es um ihre Sicherheit? Ist es möglich, dass Hacker die Kartennummer von Kunden auslesen und für sich nutzen können?

Verbraucherschützer raten davon ab, die Kartendaten bei einem Anbieter zu hinterlegen. Sicherer ist es, die Daten jedes Mal neu einzugeben. Auch die Verschlüsselung des Online-Shops spielt eine wichtige Rolle für die Sicherheit der Kundendaten. Die Verschlüsselung sollte stets dem aktuellen Standard entsprechen. Wer einen Missbrauch seiner Karte vermutet, sollte sie umgehend sperren lassen und Klarheit über mögliche Zahlungsvorgänge erhalten.

Hinweis: Kommt es zu einem Missbrauch einer Kreditkarte im Internet, haftet der Verbraucher gewöhnlich für einen Betrag bis 150,00 Euro. Lässt sich beim Verbraucher jedoch Absicht oder grobe Fahrlässigkeit feststellen, ändert sich die Haftbarkeit.

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