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Lieferengpässe

Möbelindustrie leidet immer stärker unter Materialmangel

Bad Honnef (dpa)

Die deutsche Möbelindustrie schlägt Alarm - offenbar müssen viele Unternehmen ihre Produktion aufgrund von Lieferengpässen zurückfahren. Wirkt sich das auch auf die Preise aus?

Von dpa

Die deutsche Möbelindustrie macht sich zunehmend Sorgen über Lieferengpässe. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Lieferengpässe bei vielen Vorprodukten von den Spanplatten über Polsterschäume bis zu Beschlägen sorgen für immer größere Probleme in der deutschen Möbelindustrie.

«Inzwischen ist die Produktion bei rund der Hälfte der Unternehmen aufgrund von Materialengpässen eingeschränkt, vielfach sind Produktionstage weggefallen», berichtete der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Jan Kurth, gestützt auf eine Branchenumfrage des Verbandes.

Dabei gaben rund 70 Prozent der befragten Möbelhersteller an, dass sich die Materialverfügbarkeit im Mai im Vergleich zum Vormonat nochmals verschlechtert habe. Die größten Lieferengpässe gibt es demnach derzeit bei Metallteilen, Beschlägen und Funktionselementen. Hier klagten knapp 80 Prozent der Umfrageteilnehmer über Knappheiten.

Bei Spanplatten berichteten rund 70 Prozent der Unternehmen von einer angespannten Versorgungslage. Massive Engpässe gab es zudem bei MDF- und HDF-Platten, Polsterschäumen, elektronischen Bauteilen und Verpackungsmaterialien. Stoff- und Lederbezüge sind ebenfalls knapp.

Das treibt die Preise. «Die starken und schnellen Preissteigerungen bei den Zulieferprodukten setzen unsere Branche enorm unter Druck und verändern die Kalkulationsbasis erheblich», sagte Kurth. Angespannt ist die Lage nach Verbandsangaben auch bei den Herstellern von Massivholzmöbeln. Hier klagten knapp 60 Prozent der Unternehmen darüber, dass die vertraglich vereinbarten Lieferzeiten von den Zulieferern nicht eingehalten würden. Außerdem stiegen die Preise für Eiche, Buche, Nussbaum und Nadelhölzer.

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