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Wirtschaft

Nachhaltigkeit im Alltag: So werden Sie aktiv

Die Klimakrise bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen – und das schon seit Jahren. Die Folgen wie Gletscherschmelze, extreme Temperaturen und Naturkatastrophen erleben heutige Generationen hautnah mit. Es ist wenig verwunderlich, dass diese Auswirkungen Angst erzeugen. Auf dem Fuß folgt leider oft ein Gefühl der Aussichtslosigkeit.

Aschendorff Medien

Foto: weerapat/clipdealer.de

Möglicherweise fragen Sie sich, was Sie als Einzelner überhaupt bewirken. Tatsächlich gibt es viele kleine Veränderungen, die Verbraucher in ihren Alltag integrieren können, um umweltschonender zu leben. Natürlich kann eine Person allein nicht das Klima retten. Doch viele kleine Gesten tragen zum Erhalt unserer Lebenswelt bei.

Ressourcenschonend einkaufen

Im Einzelhandel gibt es mittlerweile eine Vielzahl nachhaltiger Produkte wie verpackungsfreie Lebensmittel oder haltbare Alternativen zu Wegwerfprodukten. So kann man beispielsweise im Badezimmer den Einwegrasierer durch einen Rasierhobel und die tägliche Ration Wattepads durch ein Mikrofasertuch ersetzen. Obst und Gemüse in Bio-Qualität zeichnet sich meist durch einen ökologischen Anbau ohne den Einsatz von Pestiziden aus. Der Bio-Markt boomt und insbesondere Bio-Marken werden bei Verbrauchern stetig beliebter. Achten Sie beim Kauf jedoch auf das konkrete Bio-Siegel: Nicht alle Siegel sind uneingeschränkt vertrauenswürdig.

Zu einem nachhaltigen Konsum gehört es auch, möglichst wenig Nahrungsmittel wegzuwerfen. Kaufen Sie daher möglichst nur so viel, wie Sie auch verbrauchen können. Lebensmittel, die übrig bleiben, nicht schmecken oder schlichtweg zu viel gekauft wurden, können über Plattformen wie Foodsharing an andere weitergegeben werden. Grundsätzlich hilft es, sich bewusst zu machen, dass wir in einer Zeit leben, in der so ziemlich alle Ressourcen jederzeit verfügbar sind. Es macht daher kaum noch Sinn, leicht verderbliche Lebensmittel oder andere Gebrauchsgegenstände zu horten oder auf Vorrat zu kaufen.

Reparieren schont die Umwelt

Längt nicht jedes Produkt, das einen Fehler hat, ist direkt ein Fall für die Mülltonne. Zunächst gilt: Reparieren statt wegwerfen. Viele Kleidungsstücke beispielsweise, die einen Makel haben, lassen sich selbstständig wieder in Schuss setzen. Wenn sich die Sohle vom Lieblingsschuh löst, kann diese mit speziellem Schuhkleber wieder angesetzt werden. Knöpfe, die abgefallen sind, lassen sich mit etwas Geschick wieder annähen, Socken kann man auch selbst stopfen. Flicken auf Hosen und Jacken sind heutzutage nicht unbedingt mehr ein Zeichen dafür, dass man sich keine neue Kleidung leisten kann: Sie werden bisweilen sogar gezielt als Stilelement eingesetzt.

Insbesondere die Schnelllebigkeit der Mode und die Produktionsmethoden in der Kleiderindustrie sind für die Umwelt ein großes Problem und können verheerende Schäden anrichten: Im Baumwollanbau werden gesundheitsschädliche Pestizide eingesetzt, Bleichmittel gelangen regelmäßig ins Grundwasser. Von den Lebensbedingungen der oft unterbezahlten Näherinnen in Entwicklungsländern ganz zu schweigen. Wer sich umweltbewusster anziehen möchte, verzichtet daher darauf, seinen Kleiderschrank in jeder Saison mit sogenannter „Fast Fashion“ neu auszustatten. Diese lebt von ständigen Trend- und damit Garderobenwechseln – was heute als modern gilt, kann im kommenden Monat schon wieder „out“ sein. Nachhaltiger ist es, auf Fair Fashion zu setzen, die zum Beispiel durch die von der Uni Lüneburg entwickelten App gefunden werden kann. Alternativ kann man auch in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten einkaufen gehen und so vermeiden, dass ständig neue Stücke in den Kreislauf gelangen.

Nachhaltiger Reisen

Dass das regelmäßige Verreisen mit dem Flugzeug Gift für die Klimabilanz ist, das weiß vermutlich jeder. Dennoch müssen Weltenbummler für die Umwelt nicht ganz darauf verzichten, andere Orte zu entdecken. Statt mit dem Flieger um die Welt zu jetten, kann man sich beispielsweise mit der Bahn oder mit Fernbussen deutlich umweltschonender bewegen. Muss es doch einmal das Flugzeug sein, versuchen Sie dafür wenigstens, länger am Zielort zu bleiben. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie dreimal im Jahr fliegen oder nur einmal, um Ihren Jahresurlaub gebündelt an einem Ort zu verbringen. Außerdem gibt es Organisationen, bei denen man freiwillig einen Beitrag zahlen kann, um Emissionen von Flugzeugen, Autos und Bussen auszugleichen. Die Spenden werden dafür eingesetzt, in Entwicklungsländern Klimaschutz zu betreiben. Natürlich können damit die Treibhausgase nicht vollständig wieder reduziert werden – doch es ist zumindest ein Anfang.

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