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Großstädte vorn - Ostwestfalen-Lippe hinkt hinterher

Ladestationen für E-Autos: Netz wird dichter

Berlin/Bielefeld

Beim Ausbau des Netzes an öffentlichen Ladesäulen als wichtiger Faktor für mehr Elektromobilität soll weiter Gas gegeben werden.

E-Ladestation in Bielefeld Foto: Bernhard Pierel

Die EU will, dass bis 2025 an europäischen Schnellstraßen alle 60 Kilometer eine Ladestation steht, später auch an Autobahnen und wichtigen Bundesstraßen.   Derweil wird Deutschlands Ladenetz für E-Autos allmählich dichter.

Besonders auf dem Land ist es zwar oft noch schwierig, eine öffentliche Säule in der Nähe zu finden – insgesamt verbesserte sich das Angebot bis Ende Mai nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aber merklich. Die zuletzt verfügbaren Daten des „Ladesäulen-Registers“ zeigten auch für manche kleinen Kommunen jenseits der großen Zentren eine bessere Abdeckung.

OWL mit E-Ladepunkten unterversorgt

In OWL bleiben aber alle sechs Kreise sowie die kreisfreie Stadt Bielefeld mit jeweils 10 bis unter 50 Ladepunkten pro 100.000 Einwohner weiterhin noch relativ schlecht versorgt.

Im Gesamtvergleich der Flächenländer schneidet Bayern in der jüngsten Erhebung wie schon im Vorjahr am besten ab. Im Schnitt kommen im Freistaat etwa 64,1 frei zugängliche Ladepunkte auf 100.000 Einwohner. Die absolute Zahl liegt hier bei 8412 – ein Plus von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2020. Baden-Württemberg ist bei der Dichte öffentlicher Ladepunkte mit knapp 64 ganz knapp dahinter, hier wurde ein Zuwachs um mehr als 40 Prozent auf 7099 verzeichnet. Es folgt Niedersachsen, wo statistisch 51 Punkte auf 100.000 Menschen entfallen – bei 4079 Möglichkeiten, das E-Auto unterwegs zu laden. Nordrhein-Westfalen weist 6648 Ladepunkte auf – 37 je 100.000 Einwohner. Letzter ist Mecklenburg-Vorpommern mit im Schnitt 22,3 Ladepunkten.

Die Dichtewerte sind in großen Städten freilich höher. So hat Hamburg als Bundesland einen leicht höheren Wert (65,7) als der Flächen-Erste Bayern. Berlin und Bremen meldeten Werte von 49 und 41,5.

Es finden sich den Daten zufolge jedoch auch zunehmend in kleineren Gemeinden relativ gute Angebote, so der BDEW. Er führte dazu neue Kategorien ein, die bei geringen Einwohnerzahlen Vergleiche besser zulassen sollen – obgleich es dann nur Absolutwerte gibt.

In der Gruppe der „Kleinstädte und Landgemeinden“ unter 20.000 Menschen schnitt demnach im Mai das baden-württembergische Schwieberdingen mit 70 Ladepunkten am besten ab. Auch Timmendorfer Strand (38) in Schleswig-Holstein habe die Ladeinfrastruktur für Elektro-Pkw „zukunftsfähig ausgebaut“, hieß es.

Bei mittelgroßen Städten (20.000 bis 100.000 Einwohner) wies Zwickau in Sachsen die höchste Zahl mit 112 Ladepunkten aus.   Unter den Städten mit   100.000 bis 500.000 Einwohnern waren Wolfsburg (493), Regensburg (282) und Karlsruhe (260) die Top drei. Für diese Größe veröffentlichte der BDEW auch relative Werte: Dabei bleiben die VW-Stadt Wolfsburg mit 396 Ladepunkten pro 100.000 Menschen sowie Regensburg, wo BMW ein großes Werk betreibt, mit einem Durchschnittswert von 184 vorn.

München vor Stuttgart und Essen

Bei den als Metropolen klassifizierten Städten mit mehr als einer halben Million Einwohnern schob sich München auf den ersten Platz in puncto Ladennetz-Dichte (89), danach folgen Stuttgart (81) und Essen (73). In absoluten Zahlen dreht sich das Bild zugunsten von Berlin mit 1799 öffentlichen Ladepunkten – rund 700 mehr als ein Jahr zuvor.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae betonte, parallel zum „erfreulichen“ Ausbau des Netzes müssten Ladesäulen für die Betreiber wirtschaftlicher und für die Nutzer attraktiver werden. So solle man die Stationen mit digitalen Bezahlsystemen statt mit Lesegeräten für vielfach voneinander abweichende „E-Tankkarten“ ausstatten.

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