Bericht des Robert Koch-Instituts

Patient in NRW stirbt wohl an keimbelasteter Wilke-Wurst

Darmstadt (WB/dpa). Durch keimbelastete Wurst des hessischen Fleischverarbeiters Wilke ist sehr wahrscheinlich auch ein Mensch in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. Der Patient starb nach Angaben der Behörden an einem Listerienstamm, der auch in Wilke-Produkte nachgewiesen wurde.

Im Skandal um mit Keimen belastete Wurst der Firma Wilke geht Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) von drei Todesopfern aus. Foto: dpa

Fachleute des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben dem Stamm den Namen Sigma1 gegeben. Durch die Untersuchung des RKI und einen Abgleich des Bundesinstituts für Risikobewertung »konnte ein Zusammenhang von Sigma1 zu Wilke bestätigt werden«, sagte eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums am Freitag. Der Keimstamm konnte demnach bei den Patienten und in Wilke-Produkten nachgewiesen werden.

Vier Patienten gestorben

Insgesamt seien in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2017 und 2018 vier Patienten gestorben, die an einer Sigma1-Listeriose litten, teilte das RKI mit. Die anderen drei Patienten seien aber nicht »direkt oder indirekt an der Listeriose verstorben«.

Seit einer Woche geschlossen

Der Wursthersteller Wilke in Twistetal-Berndorf war vor über einer Woche geschlossen worden. Immer wieder waren Keime in seinen Produkten gefunden worden. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

Das Unternehmen hatte im Juli offenbar auf legalem Weg noch eine Prüfzertifikat des Lebensmittelhandels bekommen.

Das Unternehmen habe der Prüfungsgesellschaft DQS die nötigen Unterlagen wie Laboranalysen, Inspektionsberichte und Besuchsprotokolle der Lebensmittelaufsicht vorgelegt, sagte Stephan Tromp, Geschäftsführer der Dachorganisation IFS-Management, am Donnerstag: »Insofern gehen wir nach derzeitigem Sachstand nicht davon aus, dass DQS vom Wilke getäuscht wurde.« Zuvor hatte die Zeitung »Welt« darüber berichtet.

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