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Probleme mit dem Ischias: Die richtige Schlafposition finden

Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Kreis Gütersloh, Kreis Herford, Kreis Höxter, Kreis Lippe, Kreis Minden-Lübbecke und Kreis Paderborn. Informationen über Veranstaltungen, Arminia Bielefeld, SC Paderborn, Sport, Wirtschaft und Politik.

Foto: Colourbox.de

Schmerzen im Ischias: Welche ist die richtige Schlafposition?

Rückenschmerzen sind eine wahre Volkskrankheit – vor allem im Bereich der Lendenwirbel klagen viele Betroffene über Beschwerden. Eine mögliche Ursache liegt in einem eingeklemmten beziehungsweise gereizten Ischiasnerv. Die Schmerzen prägen oftmals den Alltag – auch nachts. Welche Schlafposition eignet sich bei Problemen mit dem Ischias-Nerv?

Ischiasschmerzen: Welche Ursachen können dahinter stecken?

Der Ischias (Nervus ischiadicus) ist der längste Nerv im menschlichen Körper: Er reicht von der Lendenwirbelsäule bis zu den Zehen. Beschwerden in diesen Bereichen treten meist dann auf, wenn der Nerv im Bereich der Wirbelsäule eingeklemmt beziehungsweise gereizt wird. Die Ursachen für Ischiasschmerzen sind dabei recht verschieden, infrage kommen zum Beispiel:

  • Bandscheibenvorfall (Prolaps) im unteren Rücken
  • Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • Nervenentzündung im Lendenwirbelbereich
  • Arthrose in den kleinen Wirbelgelenken (Spondylarthrose)
  • Entzündung der Wirbelkörper (Spondylitis)
  • Blutergüsse (Hämatome)

Außerdem ist es möglich, dass der Ischiasnerv in der Schwangerschaft gereizt oder eingeklemmt wird. Vor allem mit fortschreitender Schwangerschaft verlagert sich der Körperschwerpunkt aufgrund des zunehmenden Gewichts nach vorne, infolgedessen die untere Wirbelsäule stärker belastet wird.

Welche Schlafposition bei Ischias-Beschwerden?

Wer unter Ischiasbeschwerden leidet, verspürt meist einen plötzlich auftretenden dumpfen oder pochenden Schmerz. In der Regel ist nur eine Körperseite hiervon betroffen – jedoch strahlen die Schmerzen häufig vom Gesäß bis ins Bein oder in die Zehen aus. Auch damit einhergehende Taubheitsgefühle, ein Kribbeln oder Muskelschwäche sind möglich. All diese Symptome können den Alltag von Betroffenen stark einschränken. Auch nachts ist oftmals keine Erleichterung in Sicht. Daher stellt sich vielen Ischias-Geplagten die Frage, welche Schlafposition sich bei Beschwerden des Ischias anbietet.

Es bietet sich sowohl die Rücken- als auch Seitenlage an, um seinen Ischias zu entlasten. Noch besser ist es, die Schlafpositionen nachts abzuwechseln. So werden einseitige Belastungen der Wirbelsäule sowie der aufliegenden Muskulatur vermieden. Das Umdrehen beziehungsweise der Lagenwechsel wird dabei unbewusst vollzogen – in Abhängigkeit der Schlafdauer dreht man sich mehr als 40-mal in der Nacht.Voraussetzung ist allerdings, dass der Körper nicht daran gehindert wird, beispielsweise durch ein tiefes Einsinken in eine zu weiche Matratze.

Seitenschläfer sollten die linke Körperhälfte bevorzugen. Der Grund: Die Schlafposition tut nicht nur dem Ischias-Nerv gut, auch die Organe werden entlastet und es kommt seltener zu Sodbrennen und Reflux.

Von der Bauchlage ist bei Rückenschmerzen und Problemen mit dem Ischias abzuraten. Denn hierbei überstreckt der Rücken und es entsteht ein Hohlkreuz. Zudem dreht man im Schlaf den Kopf zur Seite, um besser atmen zu können. In der Folge kommt es nicht selten zu schmerzhaften Verspannungen im Nackenbereich oder Blockierungen von Wirbelgelenken.

Zusätzlicher Tipp: Stufenlagerung bei akuten Beschwerden

Bei gegenwärtigen Ischiasschmerzen kann die sogenannte Stufenlagerung Abhilfe schaffen. Ausgangspunkt ist die Rückenlage. Unter die Beine werden Kissen oder Decken geschoben, sodass die Unterschenkel erhöht aufliegen. Hüft- und Kniegelenke sollten dabei im 90 Grad-Winkel gebeugt sein. Die Position nimmt den Druck vom Ischias-Nerv, Muskeln entspannen sich und die Schmerzen können nachlassen.

Die Stufenlagerung eignet sich kurzzeitig auch als Schlafposition. Unter Zuhilfenahme eines Bandscheibenwürfels (beispielsweise aus Schaumstoff) wird der Rücken nachts entlastet. Von einer dauerhaften Anwendung ist jedoch abzuraten, da ein Lagewechsel nur bedingt möglich ist und es zu einer einseitigen Belastung des Rückens kommt.

Rückenprobleme: Die richtige Matratzen- und Kissenwahl

Bei Problemen mit dem Ischias ist aber nicht nur entscheidend, welche Schlafposition eingenommen wird. Auch die richtige Matratze spielt eine Rolle. Beim Kauf sollten Material und Härtegrad auf das eigene Körpergewicht und den Körperbau abgestimmt sein. Als Faustregel für den Härtegrad gilt: Leichtere Personen sollten weichere Matratzen wählen, die gleichzeitig den Körper gut stützt, während sich für schwerere Menschen ein höherer Matratzen-Härtegrad eignet. Am besten ist es aber, sich von einem Profi beraten zu lassen.

Beim Kauf ist zudem die Breite der Matratze zu berücksichtigen, um unter anderem ausreichend Bewegungsspielraum (Stichwort: Lagewechsel) zu gewährleisten. Eine Einzelperson benötigt geringstenfalls 1 Meter Platz, während sich bei zwei Personen mindestens 1,80 Meter empfehlen.Wichtig ist außerdem, die Matratze regelmäßig zu erneuern. Je nach Qualität sollte diese etwa alle 10 Jahre ausgetauscht werden.

Ein weiterer Punkt, der bei Rückenbeschwerden zu beachten ist: das Kissen. Dabei ist weder ein zu dickes noch zu dünnes zu wählen, da sich die Halswirbelsäule ansonsten nach oben beziehungsweise nach unten rundet. Im Idealfall stützt das Kissen den Kopf so, dass die Wirbelsäule vom Kopf bis zum Gesäß in gerader Linie verläuft. Bei der Wahl des richtigen Kissens sollte auch die Schlafposition berücksichtigt werden: Für Rückenschläfer bieten sich flache, für Seitenschläfer eher dickere Kissen an.

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