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Russischer Stahlriese

Severstal weicht auf Nicht-EU-Märkte aus

Moskau/Hannover (dpa)

Der russische Stahlkonzern Severstal - einer der größten des Landes - reagiert auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer. Nun sollen andere Märkte bedient werden.

Von dpa

Alexej Mordaschow, Haupteigentümer des Stahlproduzenten Severstal, liefert nicht mehr in die EU. Foto: Yuri Kochetkov/EPA/dpa

Der russische Stahlkonzern Severstal will nach der Verhängung von EU-Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer auf Länder außerhalb Europas ausweichen. Man sehe sich «einigen Problemen in den Beziehungen mit Kunden» in der Europäischen Union gegenüber, hieß es am Mittwoch aus dem Umfeld von Alexej Mordaschow.

Die EU hatte den Geschäftsmann, der auch größter Aktionär des Tui-Konzerns ist, zuvor auf ihre Sanktionsliste russischer Oligarchen nach dem Angriff auf die Ukraine gesetzt. «Severstal leitet daher seine Mengen auf andere internationale Märkte um», ließ er erklären.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor gemeldet, dass der Stahlhersteller - einer der größten des Landes - alle Lieferungen in die EU stoppen wolle. Dem Bericht zufolge sollen nun vorrangig Kunden im Nahen Osten, in Asien oder in Südamerika bedient werden. Severstal warb in dem Zusammenhang damit, «einer der kostengünstigsten Produzenten» weltweit zu sein - man sei auch deshalb zuversichtlich, die Kapazitäten weiter auslasten zu können.

Rückzug aus Tui-Aufsichtsrat

Vermögenswerte von Personen auf der Sanktionsliste in der EU sollen eingefroren und ihre Reisefreiheiten eingeschränkt werden. Mordaschow hatte sich am Dienstag verteidigt: Er halte den Krieg für eine «Tragödie für zwei brüderliche Nationen» und reagierte mit Unverständnis auf die Strafmaßnahmen. Er selbst habe sich stets als Mann der Wirtschaft gesehen und nicht nahe an der Politik bewegt.

Inzwischen erklärte er auch, sich aus dem Tui-Aufsichtsrat zurückzuziehen. Über seine auf Zypern registrierte Firmengruppe Unifirm ist Mordaschow der wichtigste Einzelaktionär des größten Reiseanbieters der Welt mit Hauptsitz in Hannover. Er hält gut ein Drittel der Anteile. Tui erklärte dazu: «Ziel der EU-Sanktionen ist, dass Herr Mordaschow nicht mehr über seine Aktien an der Tui AG verfügen kann.» So solle verhindert werden, dass er Erlöse oder Gewinne aus seiner Beteiligung erzielt. Auf das Unternehmen selbst hätten die Sanktionen hingegen keine Auswirkungen: «Die EU-Sanktionen betreffen Herrn Mordaschow als Person, nicht die Tui AG.»

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