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Haustier-Boom während Corona

Tierschutzbund fürchtet Rückgabewelle von Haustieren

Bremerhaven

Seit Beginn der Pandemie sind viele auf den Hund oder auf die Katze gekommen. Die Tierheime und der Deutsche Tierschutzbund fürchten jedoch eine Rückgabewelle von Tieren nach Ende des Lockdowns.

(epd)

Symbolbild. In Zeiten von Corona und Lockdown wollen viele Menschen ein Tier adoptieren. Doch wie sieht es aus, sobald sich der Alltag wieder normalisiert? Foto: dpa

„Im vergangenen Jahr hat die Zahl der in Deutschland gehaltenen Hunde und Katzen massiv zugenommen“, sagte Sprecherin Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. 25 Prozent mehr Hunde sind laut der Tierschutzorganisation Tasso 2020 neu registriert worden.

„Viele der frischgebackenen Tierhalter haben sich das im Vorfeld bestimmt gut überlegt. Aber mindestens genauso viele haben vermutlich spontan gehandelt, sei es aus Einsamkeit oder um den Kindern in der Pandemie Beschäftigung zu bieten.“ Es sei zu befürchten, dass Tiere wieder abgegeben würden, wenn sich das Leben wieder normalisiere, sagte Schmitz.

Und das würde die Tierheime in einer Zeit treffen, die ohnehin schwierig sei. Einnahmen von 60 Millionen Euro seien im vergangenen Jahr in den 550 Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes weggebrochen. „Es fehlen die Einnahmen aus Festen und die Spendengelder“, sagt Lea Schmitz.

An Staatshilfen zu kommen sei schwierig, da Spendeneinnahmen nicht als Einbrüche im Wirtschaftsbetrieb gelten. „Wir können nur hoffen, dass der Großteil der Leute die Tiere langfristig behält und wenn, dann die Tiere peu á peu und nicht alle auf einmal abgegeben werden“, sagt Schmitz. Eine größere Abgabewelle wäre auf jeden Fall „hoch problematisch“ für den Tierschutz. Rückgaben seien außerdem traumatisch für die Tiere.

Laut Schmitz schauen die Tierheime deshalb aktuell besonders genau hin und fragen die Lebenssituation der künftigen Halter genau ab. Dafür hätten sich in der Corona-Zeit Einzelgespräche etabliert, zu denen nur ernsthafte Interessenten eingeladen werden. Die „Laufkundschaft“ müsse in der Pandemie ausbleiben.

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