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Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen – Notwendiger Wandel für die Zukunft

Der Strukturwandel in NRW ist in vollem Gange – und dies sicherlich nicht nur im Ruhrgebiet. Besonders kritisch dabei ist, dass ständig neue ökonomische, politische und gesellschaftliche Herausforderungen hinzukommen. Auf den folgenden Zeilen zeigen wir deshalb, wo das Land aktuell steht, welche Potenziale und Problemstellungen es gibt und auch, welche Schritte nötig sind, um sich als Zukunftsstandort behaupten zu können.

Aschendorff Medien

Vor allem im Bereich der Industrie hat Nordrhein-Westfalen seit langer Zeit besondere Stärken. Foto: dudlajzov /Adobe Stock

Der Wirtschaftsstandort NRW: Bestandsaufnahme

Um einen guten Überblick zu bekommen, welcher Wandel in Nordrhein-Westfalen notwendig ist, um die Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen, kann eine erste Bestandsaufnahme als Basis dienen. Dabei spielen sowohl die wirtschaftliche Gesamtleistung des Bundeslandes als auch einzelne Branchen eine wichtige Rolle.

Die Wirtschaftsleistung insgesamt

Im deutschlandweiten Vergleich der Länder hat Nordrhein-Westfalen das größte Bruttoinlandsprodukt. Im Jahr 2020 lag es laut der Webseite des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (wirtschaft.nrw) bei etwas weniger als 700 Milliarden Euro.

Damit kann das Bundesland sogar im internationalen Vergleich einige europäische Länder hinter sich lassen, was wiederum die Dimensionen deutlich werden lässt. Aus diesen Umständen resultiert der Fakt, dass Nordrhein-Westfalen für die gesamtdeutsche Wirtschaft eine große und zentrale Bedeutung hat.

Dies lässt sich auch anhand von Zahlen aufzeigen. So liegt der Anteil des Bruttoinlandsproduktes des Landes Nordrhein-Westfalen an der gesamtdeutschen Wirtschaft je nach Jahr und Quelle bei ungefähr einem Fünftel, in einigen Phasen sogar etwas darüber. Diese Umstände hat NRW mehreren starken Branchen sowie einer langen und traditionsreichen Wirtschaftsgeschichte zu verdanken.

Immer noch stark in Eisen und Stahl

Eine dieser Branchen ist die Herstellung und Verarbeitung von Metallen. Diese wiederrum teilt sich in mehrere weitere Untersparten auf. Mit Stand 2019 nimmt den größten Teil dieser Sektoren laut der Webseite metall.nrw die Herstellung von Metallerzeugnissen ein.

Dazu zählen unter anderem Stanzteile sowie Werkzeuge. Auf Platz zwei liegt der Maschinenbau, gefolgt von der Elektroindustrie. Eine kleinere Rolle spielt die Automobilbranche.

Die meisten beschäftigten in der Metallsparte finden sich im Bereich Maschinenbau. Die gleiche Branche erreicht nach Zahlen aus dem Jahr 2019 ebenfalls die höchsten Umsätze.

Die Bedeutung des Metalls und Stahls für die Industrie an Nordrhein-Westfalen wird auch an weiteren Umständen deutlich. So ist zum Beispiel Solingen über die Landesgrenzen NRWs hinaus als Stadt bekannt, in der Klingen und Messer hergestellt werden. Seit einigen Jahren hat der Ort daher den Beinamen „Klingenstadt“.

Unter anderem aufgrund dieser Umstände ist es wenig verwunderlich, dass die Stahlindustrie vor Ort eine große Rolle spielt. So fertigen Firmen in der Stadt hochwertige Stahlprodukte, wozu unter anderem Bandstahl und Bleche gehören.

Große Bedeutung des Sektors der Energiegewinnung

Gleichermaßen stark ist Nordrhein-Westfalen beim Thema Energieerzeugung. Laut der Webseite wirtschaft.nrw wird ein ungefähr Viertel des gesamten Stroms, der in Deutschland hergestellt wird, in NRW erzeugt.

Das ist wenig verwunderlich, da die vielen ansässigen Industriebetriebe für ihre Produktion natürlich Elektrizität benötigen. Die Haushalte spielen ebenfalls eine Rolle, schließlich ist NRW das einwohnerreichste Bundesland in Deutschland, was gleichzeitig viele weitere Auswirkungen und Vorteile hat – dazu gleich mehr.

Dabei haben bereits jetzt erneuerbare Energien eine große Bedeutung. Dazu gehören in Nordrhein-Westfalen unter anderem Windenergie, Biomasse und Strom aus der Photovoltaik.

Zudem spielt die Energiegewinnung durch Wasserstoff eine immer größere Rolle. In Zukunft möchte das Bundesland hierauf noch umfangreicher zurückgreifen. Dies gilt vor allem in den Bereichen Industrie und Verkehr.

Mängel und Nachteile im Bereich Energiegewinnung

Noch wird in Hambach im Rheinischen Revier Braunkohle abgebaut – das soll sich allerdings im nächsten Jahrzehnt ändern Foto: Michael Zöphel /Adobe Stock

Andererseits hat das Bundesland gerade im Bereich der Energiegewinnung einige Mängel, die vor allem aus einer langen Tradition und Geschichte gegeben sind. Lange Zeit waren genau diese Umstände eine der großen Stärken des Bundeslandes in dieser Branche.

Gemeint ist an dieser Stelle die umfangreiche Nutzung von Braunkohle zur Erzeugung von Strom. NRW hatte in diesem Bereich durch die vor Ort gegebenen Ressourcen lange einen großen Vorteil. Vor allem das Rheinische Revier hat dabei nach wie vor eine Bedeutung. Hier betreibt RWE sowohl den Abbau als auch die Gewinnung von Energie aus der Kohle. Das Revier bietet infolgedessen vielen Menschen einen Arbeitsplatz.

Im Rahmen der Energiewende jedoch soll der Abbau von Braunkohle in den nächsten Jahren bzw. im nächsten Jahrzehnt verringert und eingestellt werden. Mit Stand Mitte 2021 soll die Einstellung bis spätestens 2038 geschehen.

Allerdings reicht dies vielen Umweltschützern und Aktivisten nicht. So gab es im Rheinischen Revier bereits große Proteste für eine schnellere Beendigung des Abbaus. Zugleich stellen diese Umbrüche das Land und die Wirtschaft vor Ort vor einige Herausforderungen.

Zum einen geht Energie verloren, die von Haushalten und der Industrie benötigt wird und nun auf andere Weise hergestellt werden muss (wie bereits angeklungen soll für die Industrie Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen). Des Weiteren sind die Arbeitsplätze, die an diesem Wirtschaftszweig hängen, in logischer Konsequenz in Gefahr.

Beim Steinkohleabbau ist die Beendigung des Abbaus bereits umgesetzt. Im Ruhrgebiet machte im Jahr 2018 die letzte Zeche dicht. Damit endete eine lange wirtschaftliche Tradition in der Region.

Was für den Wirtschaftsstandort spricht

Natürlich gibt es nicht nur Nachteile durch die lange wirtschaftliche Tradition in NRW. Das Bundesland hat auf dieser Basis und aus weiteren Gründen eine Reihe von Vorteilen, die umfangreich genutzt werden können. Dazu gehören unter anderem:

  • eine sehr erfahrene Wirtschaft
  • ein enormes Nachschubpotential im Bereich Human Ressources
  • eine sehr gut erschlossene Lage

Eine sehr erfahrene Wirtschaft

In Nordrhein-Westfalen gab es im Vergleich zu anderen Regionen der Republik bereits sehr früh eine ausgeprägte Wirtschaft in verschiedenen Zweigen. Dies liegt vor allem daran, dass das Bundesland eine frühe Industrialisierung erlebt hat.

In Europa kann es in diesem Bereich mit wenigen weiteren Regionen als eine Art Vorreiter angesehen werden. In Ratingen wurde Mitte des 18. Jahrhunderts sogar die erste Fabrik in Europa (bzw. auf dem Festland Europas) geschaffen, eine Textilfabrik, die von Johann Gottfried Brügelmann gegründet wurde.

Im 19. Jahrhundert begann die große Zeit des Steinkohleabbaus. Im ganzen Ruhrgebiet wurde Zechen aus dem Boden gestampft, die Wirtschaft vor Ort florierte. Zudem siedelten sich in der gleichen Region Betriebe an, die Eisen erzeugten und verarbeiteten.

Die Industrie machte die Region attraktiv für den Zuzug. Vor allem aus Osteuropa strömten Menschen auf der Suche nach Arbeit ins Ruhrgebiet. In kurzer Zeit entstand ein großer wirtschaftlicher Ballungsraum mit vielen Städten.

Bereits zu dieser Zeit zeigte die Region, wie innovativ sie handeln, sich den wirtschaftlichen Gegebenheiten erfolgreich anpassen sowie eine Vorreiterstellung einnehmen kann. Aus dieser Wandelbarkeit und Flexibilität kann für zukünftige Herausforderungen gelernt werde.

Durch die jahrhundertelange Erfahrung ist zudem eine Tradition entstanden, die das Bundesland auf eine gewisse Weise für die Wirtschaft und Industrie attraktiv macht.

Enormes Nachschubpotenzial im Bereich Human Ressources

Wie bereits angeklungen ist Nordrhein-Westfalen das einwohnerreichste Land in der Bundesrepublik. Hier leben in den letzten Jahren laut verschiedenen Quellen konstant etwas weniger als 18 Millionen Menschen. Dies hat für die Wirtschaft viele Vorteile, da so eine breite Basis für das Ausbilden von Experten und Fachkräften besteht.

So gibt es in Nordrhein-Westfalen viele Studierende. Im Wintersemester 2019/2020 waren es laut der Webseite des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen 768.000. Laut der gleichen Quelle gibt es im Bundesland 67 Hochschulen verschiedener Art. Das zeigt, dass versucht wird, das Potenzial umfangreich zu nutzen und die zukünftigen Arbeitnehmer gut auszubilden

In Nordrhein-Westfalen gibt es einige Hochschulen, die technische Studiengänge ermöglichen (Symbolbild). Foto: Gorodenkoff /Adobe Stock

Dabei kann sich zusätzlich ein Blick auf Details lohnen. So gibt es mehrere Hochschulen, die sich auf den technischen Bereich konzentrieren und Nachwuchskräfte für Industriefelder wie zum Beispiel den Maschinenbau oder im Bereich Ingenieurwesen ausbilden. Dazu gehören:

  • die Rhein-Westfälische Hochschule Aachen
  • die Technische Universität Dortmund

Dies wiederum legt nahe, dass nicht nur eine grundsätzliche Basis für gut ausgebildete Akademiker besteht. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, die entsprechenden Potenziale ganz konkret für die Industrie vor Ort zu nutzen.

Kompetente Arbeitskräfte im technischen Bereich werden vor allem auch für die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft wie die Digitalisierung sowie ein Wirtschaften im Sinne der Nachhaltigkeit und Umwelt in verschiedenen Branchen benötigt.

Bestens erschlossene Lage

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Punkt, von dem die Wirtschaft und Industrie vor Ort dauerhaft profitieren kann: Die Infrastruktur. Diese ist über die letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte in Nordrhein-Westfalen unter anderem durch die vor Ort ansässige Industrie gewachsen.

Aus diesem Grund besteht auch für zukünftige wirtschaftliche Projekte bereits eine Basis, die nicht erst geschaffen werden muss. Für die Attraktivität des Standortes für verschiedene Unternehmen hat dieser Umstand große Vorteile und kann bei einer Entscheidung sogar ein ausschlaggebendes Kriterium sein.

Ein weiterer Aspekt, der bezüglich der Lage eine große Attraktivität ausmacht, ist der Faktor, dass es in Nordrhein-Westfalen mit dem Ruhrgebiet und auch den nahegelegenen Regionen einen großen Ballungsraum gibt. So können neue Unternehmen, die sich niederlassen, auf viele Partner wie Zulieferer und potenzielle Kunden im direkten Umfeld zurückgreifen. Die Firma arbeitet direkt am Puls eines wichtigen Wirtschaftsraumes mit vielen Möglichkeiten.

Darüber hinaus besteht nicht nur direkt vor Ort eine gute Infrastruktur. Zudem ist das Bundesland in umfangreichem Maße an weitere Regionen angebunden. Dies gilt vor allem für die großen Potenziale beim Schiffverkehr.

Vor allem über den Rhein gibt es eine gute Anbindung zu weitere Regionen Deutschlands und sogar ins Ausland. Hiervon können die vor Ort ansässigen Unternehmen umfangreich profitieren.

Was der Standort für die Zukunft benötigt

Damit diese Vorteile in Zukunft für den Standort genutzt werden können, um Nordrhein-Westfalen konkurrenzfähig zu halten, müssen von der Politik einige Weichen gestellt werden, was zugleich das Lösen verschiedener Probleme beinhalten sollte. Zu den wichtigen Punkten gehören unter anderem:

  • Lösungen für das Problem der Arbeitslosigkeit
  • Zukunftsorientierung bei der Energie- und Verkehrswende
  • Stärkung der forschenden KMU
  • Abarbeiten des Sanierungsstaus in verschiedenen Bereichen

Ein zielgerichteter Umgang mit den Problemen des Arbeitsmarktes

Eines der Probleme, die es in Nordrhein-Westfalen zu lösen gilt, ist die Arbeitslosigkeit. Laut einer Statistik der Agentur für Arbeit lag sie im Juli des Jahres 2021 bei 7,4 Prozent. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg lag die Zahl im gleichen Monat bei 3,8 Prozent, in Niedersachsen bei 5,5.

Diese Umstände zeigen deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. Nur durch entsprechende Veränderungen kann die Wirtschaft im Bundesland wachsen und florieren sowie die Basis für eine zufriedene Gesellschaft bieten.

Unter anderem kann dies durch Weiterbildungen erreicht werden. Durch entsprechende Qualifikationen haben die Bürger es oftmals leichter, wieder einen Anschluss an das Berufsleben zu finden.

Zudem können die Inhalte solcher Weiterbildungen so gewählt werden, dass sie zu den Aufgaben und Herausforderungen passen, vor denen das Land aktuell und in den nächsten Jahrzehnten steht. So können dauerhafte Arbeitsverhältnisse und eine entsprechende Sicherheit für die Angestellten erzielt werden.

Des Weiteren müssen für die potenziellen Arbeitnehmer Stellen geschaffen werden. Dies kann umgesetzt werden, indem der Standort Nordrhein-Westfalen durch verschiedene Anreize für Unternehmen besonders attraktiv gestaltet wird.

Die Politik hat in diesem Bereich die Aufgabe, für Unternehmer und deren wirtschaftliche Vorhaben einen guten Rahmen zu schaffen. Bei der Umsetzung können und sollten die bereits angeklungenen Vorteile, die das Land zu bieten hat, eine große Rolle spielen.

Darüber hinaus sollte für kommende Probleme vorgesorgt werden. Dazu gehört unter anderem ein kompetenter Plan für die Arbeitsverluste, die durch die bereits angeklungenen Schließungen des Rheinischen Reviers entstehen können. Je früher diesbezüglich alternative Optionen geschaffen werden, desto geringer wird die Anzahl der Personen sein, die in der Folge für einen kurzen oder längeren Zeitraum arbeitslos sind.

Durchdachte Antworten auf die Fragen der Energie- und Verkehrswende

Durch ausreichend Ladesäulen kann den Verbrauchern die Nutzung eines Elektroautos im Alltag erleichtert werden. Foto: fotoak80 /Adobe Stock

Des Weiteren sollten für eine dauerhafte wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit des Standortes Nordrhein-Westfalen umfangreiche und bis ins Detail durchdachte Pläne für die Herausforderungen der Energie- und Verkehrswende entstehen.

Dazu gehören unter anderem das Fördern und Voranbringen von erneuerbaren Energien für das öffentliche Stromnetz, aber auch bezüglich der Eigenproduktion der Verbraucher, beispielsweise durch Solardächer auf Privathäusern.

So können für die Industrie und die Verbraucher frühzeitig die Verluste abgefedert werden, die unter anderem durch die Einstellung des Abbaus der Braunkohle entstehen. Mit einer frühen Reaktion noch vor der Beendigung lässt sich ein leichter und vergleichsweise komplikationsfreier Übergang umsetzen.

Zudem kann im Bereich Verkehrs einiges für die Energiewende getan werden. Dazu gehört das Umstellen der öffentlichen Verkehrsmittel auf einen nachhaltigen Betrieb, beispielsweise durch Strom oder Wasserstoff.

Diesbezüglich wird bereits aktuell einiges unternommen. Nordrhein-Westfalen hat mit Stand Mai 2021 laut der Webseite energieagentur.nrw im Ländervergleich sogar die meisten solcher Busse in Betrieb, die Zahl steigt weiter an.

Zudem kann den Bürgern die Nutzung von Elektroautos durch öffentliche Ladesäulen erleichtert werden. Diesbezüglich fanden in den letzten Jahren in NRW bereits einige Entwicklungen statt. Diese sollten allerdings mit der Einrichtung von weiteren Ladesäulen fortgesetzt werden, da die Zahl der E-Autos auf den Straßen stetig steigt.

Stärkung der forschenden KMU

Um im wirtschaftlichen Vergleich mit anderen Regionen mithalten zu können, ist es wichtig, dass die vor Ort ansässigen Unternehmen nicht nur produzieren, sondern auch an Innovation und Entwicklung beteiligt sind. Dies trägt dazu bei, womöglich mit einigen Ideen eine Vorreiterrolle übernehmen zu können.

Das gilt unter anderem für kleine oder mittlere Unternehmen. Hier ist laut der Webseite land.nrw mit Blick auf den Zeitraum von 2009 bis 2017 bereits eine Entwicklung in die richtige Richtung zu beobachten. So wurden in dieser Phase die Investitionen der KMUs im Bereich Forschung und Entwicklung um knapp die Hälfte gesteigert.

Damit liegt Nordrhein-Westfalen diesbezüglich über dem Bundesschnitt. Die Politik kann einiges unternehmen, damit sich dieser Trend fortsetzt. Dazu gehören zum Beispiel Fördergelder oder andere Anreize. So könnten noch mehr Firmen vor Ort sich für das Themenfeld der Forschung interessieren und entsprechende Vorteile für ihre eigenen Umsätze erkennen.

Abarbeiten des Sanierungsstaus

Des Weiteren sollte der Sanierungsstau in verschiedenen Bereichen abgearbeitet werden, um das Bundesland fit für die Zukunft zu machen. Unter anderem betrifft dies einige Hochschulen.

Hier hat sich in den letzten Jahren wenig bewegt, sodass sich die Probleme immer weiter verschärfen. Die Sanierung ist wichtig, um Nordrhein-Westfalen als Bildungsstandort attraktiv zu machen und so auch in Zukunft möglichst umfangreich Experten für die hiesige Wirtschaft ausbilden zu können. Marode Gebäude wiederum eignen sich kaum dafür, ein über die Landesgrenzen hinaus anerkanntes Aushängeschild für Hochschulbildung darzustellen.

Zudem wird immer wieder bemängelt, dass viele Straßen im Bundesland aufgrund eines schlechten Zustandes sanierungsbedürftig sind. Dieser Faktor hat eine besonders hohe Bedeutung, da Verkehrswege einen wichtigen Teil der Infrastruktur darstellen und aus diesem Grund für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes in einem guten Zustand sein sollten.

Unter anderem die Straßen sind in vielen Teilen des Bundeslandes sanierungsbedürftig (Symbolbild). Foto: focus finder /Adobe Stock

Zusammenfassung und Fazit

Nordrhein-Westfallen war, ist und wird noch für viele Jahrzehnte das wirtschaftliche Herz der ganzen Bundesrepublik und einer der bedeutendsten Standorte ganz Europas sein. Der Grund dafür ist, dass diese Region es immer verstanden hat, sich zu wandeln – dies galt schon, als an der Ruhr die ersten Kohleschächte abgeteuft wurden und in Ratingen die erste Fabrik auf dem Kontinent entstand. Wichtig ist nur, dass dies mit der gleichen Stringenz vonstattengeht wie auch die zurückliegenden Phasen des Wandels. Bei einem Land, welches es gemeistert hat, die Montankrise der vergangenen Jahrzehnte zu meistern, stehen die Chancen dafür allerdings ausnehmend gut.

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