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IHK und Handelsverband zur Neuregelung – Umsätze trotz Öffnung noch niedrig

Zum Einkauf ab jetzt mit Maske

Bielefeld/Paderborn (WB). Von diesem Montag an gilt nicht nur im Öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch in Geschäften und Einkaufsmärkten Maskenpflicht. „Der Handel ist darauf vorbereitet“, versprach am Sonntag der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes in OWL, Thomas Kunz. Die Ladeninhaber hätten sich oft schon vor einigen Tagen mit Gesichtsschutz für ihre Mitarbeiter eingedeckt.

Bernhard Hertlein

Wer an diesem Montag zum Einkaufen geht, muss im Geschäft Mund und Nase abdecken. Dadurch will der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus die weitere Verbreitung des Coronavirus durch Tröpfcheninfektion verhindern. Foto: dpa

Einige Händler halten einfache Masken bereit, die sie an ihre Kunden kostenlos oder gegen Entgelt abgeben. Man solle aber nicht davon ausgehen, dass das überall so ist, sagt Kunz. Die Verpflichtung, eine Maske mitzubringen, liege beim Kunden. Zu der Beschaffenheit gibt es keine Vorschrift. Erlaubt sind, wie bereits berichtet, auch selbstgefertigte Mund- und Nasenabdeckungen, ja sogar Schals oder Tücher, die um die untere Gesichtshälfte gewickelt werden.

Ohne Maske muss Zutritt zum Geschäft verwehrt werden

Die Maskenpflicht gilt ab Betreten des Geschäfts. „Ohne entsprechenden Schutz muss der Händler Kunden ab Montag den Zutritt verwehren“, betont Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen.

Darüber hinaus gilt, dass der Zutritt zu den Läden begrenzt ist. Als Faustregel nennt Grefe einen Kunden je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche. Schon in den vergangenen Tagen gab es Warteschlangen vor den Geschäften. Hier schreibt der Gesetzgeber einen Mindestabstand von 1,50 Metern vor. Dieser gilt im Prinzip auch im Verkaufsraum. Auch bei Beratungsgesprächen sei der Mindestabstand einzuhalten.

Um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus weiter zu vermindern, sind in den Läden Ständer mit Desinfektionsmitteln aufgestellt. Obwohl die Nachfrage groß sei, gibt es Kunz zufolge auch bei Desinfektionsmitteln aus Sicht des Handels kein Nachschubproblem. Darüber hinaus gehende Maßnahmen wie etwa die Verwendung von Einweghandschuhen von den Mitarbeitern seien freiwillig.

Alternative Spuckschutz

Nicht alle Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel müssen ab diesem Montag Mund- und Nasenschutz tragen. Darauf macht Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des OWL-Handelsverbandes aufmerksam: „Wer zum Beispiel hinter einer Plexiglasscheibe – im Volksmund Spuckschutz genannt – arbeitet, braucht nicht zusätzlich noch einen Maske anziehen.“ Das gilt etwa für die meisten Kassiererinnen und Kassierer in Supermärkten.

Das Wort „Spuckschutz“ ist übrigens markenrechtlich registriert. Fachanwälte wie Andreas Kempke und Johannes Richard (beide Rostock) sehen im Fall von Abmahnungen für die Betroffenen aber gute Chancen, eine Zahlung vor Gericht abzuwehren.

Nur wenigen steht der Sinn nach Einkaufsbummel

Die in der vergangenen Woche in NRW vorgenommene weitergehende Öffnung auch von Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern , aber begrenzt auf diese Verkaufsfläche, hat Kunz zufolge keinen Besucheransturm ausgelöst: „Den Menschen ist jetzt nicht nach großem Einkaufsbummel, zumal dafür auch die Angebote der Gastronomie fehlen.“ Einige seien aus Neugierde in der City, schauten sich um. Die meisten aber beschränkten ihre Einkäufe auf das derzeit Notwendige.

„Entsprechend sind auch die Umsätze in weiten Teilen des Handels, Lebensmittel ausgenommen, noch sehr gering“, erklärt der Sprecher des Handelsverbandes. Dennoch habe die Möglichkeit, das Geschäft überhaupt wieder zu öffnen, die Stimmung aufgehellt. „Nun hoffen wir, dass das Virus nicht verstärkt zuschlägt, damit weitere Öffnungen folgen können.“ Darauf setzt auch die Interessengemeinschaft der Kaufleute der Paderborner Innenstadt, die grundsätzlich Öffnungen ohne Größenbeschränkung vorschlägt. Es reiche doch, wenn sich „pro x-Quadratmeter Verkaufsfläche nur eine bestimmte Anzahl von Personen in den Geschäftsräumen aufhalten darf“, heißt es.

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