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Migräne und Sehstörungen - häufig in Kombination vertreten

Temporär auftretende Sehstörungen sind eine typische Begleiterscheinung bei der klassischen Migräne. Neben starken einseitigen oder beidseitigen Schmerzattacken an den Schläfen, der Stirn oder dem Hinterkopf treten akute Sehstörungen auf, die unterschiedlich intensiv sein können. Das ist zwar sehr unangenehm, deutet jedoch nicht zwingend auf eine Erkrankung der Augen hin, die man separat behandeln lassen muss.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox

Migräne - eine schmerzhafte Volkskrankheit

Nicht jeder vorübergehende Kopfschmerz ist gleich eine echte Migräne. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Kopfschmerzarten, die nur einmalig oder selten wiederkehrend auftreten. Besonders häufig kommen sogenannte Spannungskopfschmerzen vor. Diese werden ausgelöst durch verspannte Schultern, Zähneknirschen oder schlicht durch psychischen Stress. Diese Kopfschmerzart kann zwar ebenfalls zur Beeinträchtigung des Sehens führen, hat jedoch nichts mit der Migräne zu tun.

Bei der Migräne handelt es sich um eine der am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen überhaupt. Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um eine Migräne handelt, befragt der Arzt Patienten intensiv. Manche Betroffene führen eine Art Tagebuch, welches anschließend zusammen mit dem Arzt analysiert wird. Handelt es sich vermutlich um Migräne, sind Patienten mit der Diagnose nicht alleine. Gut jede zehnte Frau und rund sechs bis acht von hundert Männern leiden an Migräne - manche regelmäßig, andere nur sehr selten.

Die retinale Migräne

Diese Form der Migräne wird auch als Netzhautmigräne bezeichnet und kommt sehr selten vor. Die Migräne wird in diesem speziellen Fall von einer Sehstörung ausgelöst. Andere Migräneformen unterscheiden sich von der retinalen Migräne durch eine sehr starke Einschränkung des individuellen Sichtfelds. Menschen nehmen meistens Lichtblitze wahr, empfinden die Umwelt als flackernd oder das ganze Gesichtsfeld fällt aus.

Begleitet werden die auf das Sehen bezogenen Symptome von weiteren körperlichen Leiden und massiven Einschränkungen. Dazu gehört zum Beispiel eine unterschwellige Übelkeit, eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht und das Sehen von Doppelbildern. Meistens tritt die retinale Migräne akut auf, flacht wieder ab und tritt erneut auf.

Eine retinale Migräne kann verschiedene Ursachen haben. Besonders häufig kommt sie in Kombination mit anhaltendem Stress und hormonellen Schwankungen bei Frauen vor. Nahrungsmittel können diese Migräneform ebenfalls auslösen. Dazu gehören alle Getränke und Speisen, die hohe Mengen an Glutamat oder Tyramin enthalten. Schokolade, Käse und Rotwein kommen unter anderem infrage.

Wer unter einer retinalen Migräne leidet, sollte den Allgemeinmediziner oder direkt den Augenarzt aufsuchen. Die Augen werden untersucht, um herauszufinden, ob eine Erkrankung am Auge vorliegt. Gewöhnliche Schmerztabletten helfen nur bedingt. Eventuell kann der Arzt ein spezielles Medikament gegen die Migräne verschreiben, welches auch die Einschränkungen beim Sehen positiv beeinflusst.

Sehstörungen und Migräne: Dauer und Intensität der Symptome

Welche Sehstörungen während einer Migräneattacke auftreten, variiert von Person zu Person. Meistens sind die Störungen stärker, wenn die Migräne länger anhält. Manchmal treten die Störungen beim Sehen gleichzeitig auf, manchmal erst etwas später als andere Symptome, wie zum Beispiel die Kopfschmerzen. Bei manchen Betroffenen wirken die Symptome an den Augen sogar nach, sodass sie zum Beispiel noch verschwommen sehen, obwohl die Migräne abgeflaut ist.

Die Sehstörungen bei einer Migräne können nur ein paar Minuten andauern oder mehrere Stunden akut bleiben. Meist gilt die Regel: Je stärker die Migräneattacke, desto länger bleiben die Sehstörungen erhalten. Sie können sich entweder auf beiden Augen oder nur auf einem Auge bemerkbar machen.

Nicht bei jedem Menschen tritt während der Migräne eine vorübergehende Störung der Sicht auf. Handelt es sich um eine sogenannte Augenmigräne, sind die Augen stark beteiligt - hier handelt es sich um eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen der Augenmigräne und den anderen Migränearten. Oft werden Lichtblitze, ein Flimmern oder Flackern und blinde Stellen wahrgenommen.

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