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Studie der EU-Kommission

Schulze und Klöckner uneinig bei neuer Gentechnik

Kurz vor der Veröffentlichung einer EU-Studie zur neuen Gentechnik zeigt sich, wie verhärtet die Fronten zwischen Landwirtschafts- und Umweltministerium bei diesem Thema sind. Wer sich durchsetzen kann, ist offen.

dpa

Eine neue Studie der EU-Kommission beschäftigt sich mit der Regulierung neuer Gentechnikverfahren. Foto: Patrick Pleul

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich am Dienstag in einem Positionspapier dafür ausgesprochen, weiterhin neue Verfahren, wie die sogenannte Crispr-Genschere, als Gentechnik zu benennen.

«Jedes gentechnisch veränderte Produkt in der EU soll weiterhin auf sein Risiko geprüft und gekennzeichnet werden», betonte Schulze. «Diese vieldiskutierte Frage um Genome-Editing-Verfahren wie Crispr/Cas wurde 2018 vom Europäischen Gerichtshof endgültig entschieden», sagte die SPD-Politikerin. «Dies gilt ohne Ausnahme, also auch für die neue Gentechnik. Denn was einmal in die Umwelt gelangt ist, ist nie wieder rückholbar.»

2018 hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass neue Techniken wie die Genschere auch als Gentechnik gelten und damit entsprechend streng reguliert sind. Ob diese Gleichsetzung zeitgemäß ist, ist jedoch umstritten. Am Freitag wird eine Studie der EU-Kommission erwartet, die sich mit der Regulierung neuer Gentechnikverfahren beschäftigt. «Es ist zurzeit noch nicht ganz klar, was da am Freitag herauskommen wird», sagte Schulze. Dennoch sehe die Umweltministerin die Bestrebungen, «neue Gentechnik umzudefinieren» zu dieser Zeit «mit Befremden».

«Zielkonflikte lassen sich nicht auflösen, wenn man nur sagt, was man nicht will», entgegnete Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Schulze argumentiere «aus einer Position des Überflusses», so die CDU-Politikerin. «Wer aber Ernten stabil halten will, wer den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark zurückfahren möchte, und wer wiederum Klimastabilität von Pflanzen ohne mehr Verbrauch von Ressourcen wie Wasser erwartet, der kann diese Techniken nicht einfach abtun.»

Auch der Deutsche Bauernverband forderte als Reaktion auf Schulze, dass Bauern «dringend neue Züchtungstechniken» bräuchten, «um schnell widerstandsfähigere Kulturpflanzen zu erhalten». Das sei auch wichtig für den Umweltschutz: «Wenn sich eine Pflanze selbst gegen Krankheiten und Schädlinge schützen kann, braucht sie keinen chemischen Pflanzenschutz.»

«Gentechnik ist Gentechnik», heißt es wiederum vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG). Sein Geschäftsführer Alexander Hissting betonte, dass es für Verbraucher «essenziell» sei, dass neuere Verfahren wie die Genschere «ausnahmslos weiterhin als Gentechnik gelten». «Sonst wären Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Wahlfreiheit dahin.»

© dpa-infocom, dpa:210427-99-377792/2

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