Kommentar zur Wahl in Sachsen-Anhalt

Rückenwind für Laschet

Reiner Haseloff triumphiert in Sachsen-Anhalt. Seine CDU ist stark wie seit 15 Jahren nicht, und die Euphorie reicht bis ins Berliner Konrad-Adenauer-Haus zu Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Ulrich Windolph 

Wahlsieger Reiner Haseloff und Kanzlerkandidat Armin Laschet haben Grund, sich über das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu freuen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbil

Mit ei­nem solchen Ergebnis hatten wohl nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet: Die Christdemokraten legen kräftig zu, sind mit großem Abstand auf die AfD stärkste Kraft und haben mit Blick auf die Koalitionspartner jetzt sogar die Auswahl. Wie zuletzt schon in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestätigt sich der Trend, dass ein angesehener Ministerpräsident seine Partei mitzieht. Und während die CDU jubelt, finden sich – mit Ausnahme der FDP – rundherum nur Verlierer. Vor allem SPD und Linke sind am Boden.

Viel spricht dafür, dass in Magdeburg demnächst eine „Deutschland-Koalition“ aus CDU, SPD und FDP regiert und die Grünen in die Opposition müssen. Der Verlust der Regierungsbeteiligung wäre ein weiterer Dämpfer für die Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock.

Ganz anders ist dagegen die neue Lage für Armin Laschet. Dieses Wahlergebnis muss seiner Kampagne Auftrieb verleihen. Ein eher unverhofftes Glück: Schließlich hatten nicht wenige Beobachter – und zwar dezidiert mit Verweis auf Laschet – ein schwaches Ergebnis der CDU in Sachsen-Anhalt erwartet. Nun verschafft ausgerechnet jener Reiner Haseloff, der lieber CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidaten gesehen hätte, den Unionsparteien einen dringend benötigten Schub.

Haseloffs glanzvoller Sieg ist für Laschet Glück und Verpflichtung zugleich. Die Union muss in den nächsten Wochen endlich programmatisch und personell die Weichen für den Bundestagswahlkampf stellen. Noch ist da kaum etwas passiert. Nun aber ist die Startrampe gebaut – man darf gespannt sein, ob der Kanzlerkandidat sie im Team nutzen kann. Denn auf seine persönliche Zugkraft allein kann sich Armin Laschet keinesfalls verlassen.

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