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Champions League

Bayerns knifflige «Risiko-Abwägung» - Kraftprobe in Paris

«Im Fußball kann alles passieren», sagt Thomas Müller. Und darum trauen es sich die ersatzgeschwächten Bayern zu, ein 2:3 in Paris zu drehen. Der Trainer weiß, was es braucht: «Unterschiedsspieler.»

dpa

Braucht mit Bayern München beim Rückspiel in Paris einen außergewöhnlichen Fußballabend: Trainer Hansi Flick. Foto: Alexander Hassenstein

Paris (dpa) - Endstation Paris? Für das Ziel der Titelverteidigung benötigt der FC Bayern München mal wieder einen außergewöhnlichen Fußballabend.

Die Hypothek der 2:3-Hinspielniederlage gegen Paris Saint-Germain wiegt vor Teil zwei der Viertelfinale-Kraftprobe in der Champions League schwer.

«Locker flockig» lasse sich das am heutigen Dienstag (21.00 Uhr/Sky) im Prinzenpark nicht korrigieren, meinte Thomas Müller. Auf den Routinier kommt es besonders an, da Tore hermüssen und Robert Lewandowski sowie Serge Gnabry fehlen.

AUSGANGSLAGE: Die Unruhe um die Zukunft von Trainer Hansi Flick und dessen Differenzen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic nerven auch die Profis. Aber die «Freude auf das Highlight» in Paris lasse sich dadurch niemand nehmen, versicherte Müller. Ein 2:0 oder 3:1 würde den Bayern den Einzug ins Halbfinale gegen Manchester City oder Borussia Dortmund bescheren. Bei einem 3:2 gäbe es erst Verlängerung und nach 120 Minuten eine Entscheidung im Elfmeterschießen.

«Im Fußball kann alles passieren», bemerkte Müller. Für ihn kommt es bei der Aufholjagd auch auf eine vernünftige «Risiko-Abwägung» an. Wild nach vorne rennen ist keine Lösung. Die PSG-Offensive um Kylian Mbappé und Neymar muss wie beim 1:0-Finalsieg 2020 in Lissabon in Schach gehalten werden - möglichst mit einem unüberwindbaren Manuel Neuer im Tor. «Aus dem Hinspiel müssen wir lernen», mahnte Müller.

PERSONAL: Mit 19 Akteuren flog Trainer Hansi Flick nach Paris. Auf der Passagierliste fehlten neben Lewandowski und Gnabry auch Abwehrspieler Niklas Süle. «Es ist nicht so einfach bei so vielen Spielern, die verletzt sind», haderte Flick. Immerhin: Die im Hinspiel verletzten Lucas Hernández und Leon Goretzka waren beim noch in München durchgeführten Abschlusstraining dabei. Und auch bei den angeschlagenen Jérôme Boateng und Kingsley Coman sehe es gut aus. Es kann nicht die bestmögliche Bayern-Elf auflaufen, aber eine gute.

HOFFNUNGSTRÄGER: Paris hat die Millionenkicker Mbappé und Neymar. Aber auch die Bayern besitzen ohne Lewandowski immer noch einige Matchwinner-Kandidaten. Für Flick ist Leroy Sané ein sogenannter «Unterschiedsspieler». Im 100. K.o.-Spiel der Bayern in Europas Königsklasse kann der Nationalspieler genau das beweisen. «Leroy bringt in den letzten Wochen hervorragende Leistungen. Er ist auf dem Platz genau der Spieler, den wir uns vorgestellt haben, der Spieler, der Spiele entscheiden kann, der Spiele drehen kann», äußerte Flick.

PSG: Beim französischen Meister ist der Einsatz von Kapitän Marquinhos in der Abwehr offen. Trainer Mauricio Pochettino will auch erst im Laufe des Tages entscheiden, ob die nach Corona-Infektionen zurückgekehrten Marco Verratti und Alessandro Florenzi auflaufen. Pochettino verblüffte ein wenig mit dieser Aussage: «Bayern ist immer noch Favorit.» Der Argentinier erinnert sich immer noch schmerzhaft an einen für ihn heftigen Abend im Oktober 2019: Da verlor er in der Gruppenphase als Trainer von Tottenham Hotspur 2:7 gegen die Bayern.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-178782/3

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