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Entscheidungen in der Schweiz

Die EM-Frage und Europapokal-Reform

Das Entscheidergremium der Europäischen Fußball-Union tagt. Es geht um die EM - auch um die Spiele in München. Der DFB zittert. Zudem soll die Reform des Europapokals abgesegnet werden. Die Drohkulisse einer Superliga steht.

dpa

Rainer Koch sitzt für den Deutschen Fußball-Bund im Exekutivkomitee der UEFA. Foto: Sven Hoppe

Montreux (dpa) - Der europäische Fußball steht vor einer einschneidenden Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees. Das Entscheidergremium will am heutigen Montag (ab 9.00 Uhr) die endgültige Anzahl der EM-Gastgeber beschließen - und die Stadt München muss noch zittern.

Zudem steht der Beschluss zu einer tiefgreifenden Europapokal-Reform auf der Tagesordnung. Einige Clubs drohen schon wieder mit der Superliga. Die UEFA-Agenda im Überblick.

EUROPAMEISTERSCHAFT

Neun Gastgeber des Turniers in diesem Sommer (11. Juni bis 11 Juli) sind bereits bestätigt - die neun, die eine Zulassung zumindest einiger Zuschauer garantieren können. München gehört wie Bilbao und Dublin (noch) nicht dazu. Die bayerische Landeshauptstadt hatte zuletzt mehrfach betont, dass die Ausrichtung der drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie des einen Viertelfinales vor Publikum wegen der Corona-Pandemie nicht fest zugesagt werde. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte aber deutlich gemacht, dass dies die Voraussetzung für die EM-Gastgeber sei.

Für den Deutschen Fußball-Bund sitzt Vizepräsident Rainer Koch im Exekutivkomitee - er wird verhandeln müssen. Der grundsätzliche Wille in München ist da, wenn möglich vor Fans zu spielen. Ob die Absichtserklärung der UEFA reicht, bleibt abzuwarten. Wird München von der EM-Liste gestrichen, wäre das ein harter Schlag für den DFB, der in gut drei Jahren alleiniger Ausrichter der EM 2024 ist.

EUROPAPOKAL

Der Plan liegt lange auf dem Tisch, eigentlich schien nur noch der formale Beschluss nötig. Ab 2024 soll in der Champions League mit 36 statt 32 Mannschaften sowie in einem neuen Modus mit deutlich mehr Partien gespielt werden. Am Freitag war von einem Konsens zwischen der Club-Vereinigung ECA und der UEFA-Kommission für Clubwettbewerbe (CCC) über die Details berichtet worden.

Am Sonntag sorgten aber Berichte über neuerliche Superliga-Bestrebungen für Aufsehen. Nach dpa-Informationen verfolgen Vereine aus Italien, Spanien und England diesen Plan ohne die UEFA. Der englischen «Times» zufolge gehören Manchester United, der FC Liverpool, FC Arsenal und FC Chelsea sowie Tottenham Hotspur dazu. Der deutsche Rekordmeister FC Bayern soll nicht beteiligt sein - wie auch der französische Champion Paris Saint-Germain. Die UEFA verurteilte das Vorhaben gemeinsam mit den Ligen und Verbänden aus England, Spanien und Italien als «zynisch» und drohte rechtliche Schritte gegen die beteiligten Vereine an. «Genug ist genug», hieß es in einer Erklärung am Sonntagabend.

Die Gründung einer Superliga war in den vergangenen Jahren immer dann ins Gespräch gebracht worden, wenn es um die Verteilung der TV-Gelder im Europapokal ging. Entsprechend könnte es sich wieder allein um eine Drohkulisse handeln, damit den großen Clubs durch die Reform kein Geld verloren geht. Das wiederum fordern (verkürzt dargestellt) etliche Fangruppen: Eine deutlich gerechtere und solidarische Verteilung der Einnahmen, damit die nationalen Ligen nicht leiden.

© dpa-infocom, dpa:210418-99-256164/3

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