Dreisatzniederlage des Warsteiners trotz eines richtig starken Auftritts

»Es ist brutal, wenn man alles reingibt und verliert«

Halle (WB). Jan-Lennard Struff hat in Halle gut 10.000 Menschen begeistert – den Sieg gegen den Dritten der Setzliste Karen Khachanov hat er aber trotzdem knapp verpasst. Der 29-Jährige aus Warstein verlor sein Achtelfinale trotz einer richtig starken Leistung knapp in drei Sätzen.

Hans Peter Tipp

Für die besonderen Momente im Match war Jan-Lennard Struff zuständig. Foto: Oliver Schwabe

Khachanov gewann, für die besonderen Momente in Halle aber war Struff zuständig. Wie zu Beginn des zweiten Satzes, als dem Deutschen ein richtiges Kunststück gelang – erst am Netz überlobt, dann im Rückwärtslaufen von der Grundlinie aus ein erfolgreicher Passierschlag. Das Publikum tobte. Und so gehörte Struff trotz der 3:6, 6:3, 4:6-Niederlage mindestens ebenso viel Applaus wie dem Sieger.

»Es ist brutal, wenn man alles reingibt ins Match und dann knapp verliert. Aber im Tennis gibt eben nur einen Gewinner und einen Verlierer, kein Unentschieden«, sagte der Deutsche. »Klar wird es noch ein bisschen wehtun, und natürlich hätte ich gern gewonnen, aber es war eine gutes Leistung und ein gutes Niveau. Ich werde sehr Positives herausziehen können aus diesem Match.«

»Es war ein unglaublich enges Match. Da entscheiden ein, zwei Punkte die Partie. Diesmal hatte ich das Glück und damit das bessere Ende für mich«, sagte Khachanov noch auf dem Centre Court und atmete ganz tief durch.

Der Russe trifft im Viertelfinale nun auf einen Italiener, soviel steht bereits fest. Entweder wartet Stuttgart-Sieger Matteo Berrettini oder Andrea Seppi, den Halle-Finalistin von 2015. Aber die müssen zunächst noch am Donnerstag gegeneinander spielen. Struffs Reise bei seinem Heimturnier ist allerdings zu Ende.

Mit einem Sieg wäre Struff in der Weltrangliste erstmals unter die ersten 30 vorgerückt. Beim Rasenklassiker in Wimbledon hätte er dann zu den Gesetzten gezählt. Nach seinem Halle-Aus bleibt er aber knapp außen vor. Struff trug es mit Fassung: »Ich wäre gern gesetzt worden. Aber vielleicht sagt ja noch jemand ab«, sagte der Warsteiner lächelnd, um ernst nachzuschieben: »Ich hätte es mir lieber durch einen Sieg geholt.«

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