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Kritik an Trainerteams

DFB-Schiedsrichter-Boss gegen «Hau-drauf-Mentalität»

Frankfurt/Main (dpa)

DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich sieht den Umgang der Trainerteams mit Laptops und Tablets während der Spiele kritisch.

Von dpa

Lutz Michael Fröhlich: Geschäftsführer Sport und Kommunikation der Schiri GmbH beim Deutschen Fußball-Bund. Foto: Andreas Arnold/dpa

«Die TV-Bilder für die Trainerriege hatten ja eigentlich einen anderen Ursprung: Dass man das Spiel, die Spielentwicklung verfolgen und gegebenenfalls anhand von Bildmaterial die Mannschaft umstellen kann. Also taktische Zwecke», sagte der 65-Jährige im TV-Sender Bild. «Es ist eigentlich nicht dazu gedacht, dass man die Schiedsrichter-Entscheidungen permanent kontrolliert und sich dann entsprechend darüber aufregt.»

Im Profifußball ist es mittlerweile üblich, dass sich die Betreuer auf der Bank auf einem Bildschirm strittige Szenen noch einmal schauen. Zuletzt hatte es in der Bundesliga heftige Debatten über Entscheidungen von Referees und ihren Videoassistenten gegeben.

Mit den Problemen zum System auseinandersetzen

«Ich würde mir grundsätzlich wünschen, dass wir einen anderen Umgang pflegen», sagte Fröhlich als Geschäftsführer Sport und Kommunikation der Schiri GmbH beim Deutschen Fußball-Bund und forderte in den Diskussionen «sachlich-fachlichere Debatten. Irgendwie erinnert mich das im Moment so ein bisschen an eine Hau-drauf-Mentalität.»

Zurückhaltend äußerte sich Fröhlich zu den Vorschlägen von Trainern wie Julian Nagelsmann vom FC Bayern München und Oliver Glasner von Eintracht Frankfurt, über eine sogenannte Trainer-Challenge nachzudenken. Diese gibt es bereits bei anderen Sportarten wie beim American Football. Dabei kommt der VAR nur auf Wunsch der Trainer zum Einsatz, die Überprüfungsmöglichkeiten sind begrenzt.

«Natürlich diskutieren wir die Challenge auch intern im Schiedsrichter-Bereich. Es ist ein interessanter Aspekt. Allerdings denke ich, dass es jetzt im Moment aufgrund der Aufgeregtheiten in den letzten Wochen erstmal angezeigt ist, dass man sich mit den Problemen zum System auseinandersetzt», sagte Fröhlich. «Wenn man den Innovationsprozess immer wieder mit neuen Ideen belastet, bevor man die alten Probleme endgültig gelöst hat, ist es auch nicht besonders hilfreich.»

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