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25. Spieltag

Rekordmann Kalajdzic lässt Stuttgart von Europa träumen

Als Aufsteiger in den Europacup? Die Chance ist da für den VfB, zumal Rekordmann Kalajdzic weiter munter trifft. Nach dem Sieg gegen Hoffenheim sind es nur noch vier Zähler bis Platz sechs.

dpa

Sasa Kalajdzic (r) konnte erneut für den VfB treffen. Foto: Tom Weller

Stuttgart (dpa) - Erst klatschte Sasa Kalajdzic mit jedem seiner Mitspieler ab, dann verschenkte der Rekordstürmer des VfB Stuttgart sein Trikot an einen Vereinsmitarbeiter.

Auch dank des 13. Saisontreffers des Österreichers darf der VfB nach dem 2:0 (1:0)-Sieg im Baden-Württemberg-Duell mit der TSG 1899 Hoffenheim mehr denn je in dieser Saison vom Europapokal träumen.

Ein Eigentor von TSG-Verteidiger Kasim Adams (15. Minute) und eben der Österreicher Kalajdzic (64.) sorgten zum Abschluss des 25. Spieltags der Fußball-Bundesliga dafür, dass die Schwaben auf den achten Platz vorrückten und nur noch vier Punkte Rückstand auf Bayer 04 Leverkusen auf Rang sechs haben.

«Ich bin wunschlos glücklich», sagte Kalajdzic beim TV-Sender Sky und klärte zugleich auf, wer der glückliche Trikot-Empfänger war: «Das ist unser Corona-Typ. Wir machen bei ihm die Tests. Er hat mir oft geholfen, obwohl er es nicht musste. Er war immer gut zu mir.»

Das Thema Klassenverbleib ist beim VfB nun längst abgehakt. «Wir nähern uns jedes Spiel der 40-Punkte-Marke. Alles, was danach kommt, ist Bonus», sagte Kalajdzic und Trainer Pellegrino Matarazzo fügte hinzu: «Wir schauen nicht mehr nach unten. Wir schauen auf uns.» So sah es auch VfB-Kapitän Gonzalo Castro. Sein Team sei eine gute Truppe und habe eine gute Moral. «Man sieht, dass wir auf einem sehr guten Niveau sind. Wir machen Spieltag für Spieltag Fortschritte.» Weniger gut gestimmt war Hoffenheims Florian Grillitsch: «Im letzten Drittel war es nicht gut genug. Wir waren so ineffizient. Der letzte Pass hat nicht gestimmt.»

Kalajdzic traf gegen die Hoffenheimer im siebten Bundesliga-Spiel in Serie, wodurch er einen vom einstigen VfB-Angreifer Fredi Bobic aufgestellten Vereinsrekord aus der Saison 95/96 einstellte. Das mache ihn «extrem stolz und glücklich», so der Torjäger: «Vor und während des Spiels habe ich nicht daran gedacht.»

Der TSG blieb nach der ersten Liga-Niederlage seit vier Spielen dagegen nur die Ernüchterung, angesichts von neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang muss sie sich aber wohl ebenfalls keine Sorgen mehr um den Klassenverbleib machen. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß zeigte in Stuttgart ein ordentliches Spiel, ging aber teils zu fahrlässig mit ihren Chancen um.

Bester Mann des Spiels war VfB-Profi Silas Wamangituka. Wenn bei den Gastgebern etwas ging, dann meistens über seine rechte Seite. Die TSG-Akteure Ryan Sessegnon und Chris Richards bekamen den schnellen Kongolesen nicht in den Griff. Der 21-Jährige leitete auch die Führung für die Stuttgarter ein. Nach einem schönen Doppelpass mit Castro zog Silas in den Strafraum und legte quer, wo der lauernde Kalajdzic knapp verpasste - aber stattdessen Adams den Ball mit der Fußspitze ins eigene Tor beförderte.

Das Hoeneß-Team brauchte einige Minuten, um sich vom frühen Rückstand zu erholen. Je näher die Pause rückte, desto gefährlicher wurden die Kraichgauer, weil der VfB in der Defensive nachlässig agierte. In der 39. Minute hatte Andrej Kramaric die größte Chance, nach einer starken Flanke köpfte er den Ball jedoch unbedrängt mitten auf Stuttgarts Torhüter Gregor Kobel. Kurz darauf schoss Sessegnon knapp drüber (42.).

Die Partie der beiden Mittelfeld-Teams hatte etwas Anlaufzeit benötigt, nahm aber spätestens nach dem Seitenwechsel an Tempo auf. Beide Mannschaften agierten mit Mut und Angriffslust, wodurch sich ein munteres Spiel entwickelte. Florian Grillitsch (55.) prüfte den erneut souveränen Kobel mit einem Fernschuss, dann schoss Silas (61.) drüber. Kurz darauf machte es der Flügelstürmer wieder besser, als er nach feinem Pass von Castro nur noch in die Mitte auf den lauernden Kalajdzic legen musste, der zum 2:0 einschob.

© dpa-infocom, dpa:210314-99-821016/5

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