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Pinto, Pudenz, Przybylko – drei Ostwestfalen hoffen auf WM-Medaillen

Glänzende Aussichten

Bielefeld (WB). Eine WM ist keine EM. Was sich erst mal wie eine schlimme Phrase der Sportsprache liest, hat in der Leichtathletik seine Berechtigung. Denn in Doha wird die Zahl der Medaillenkandidaten exorbitant steigen.

Oliver Kreth

2,35 Meter sprang Mateusz Przybylko im vergangenen Jahr bei der EM in Berlin – das reichte zu Gold. Foto: dpa

So rechnet Sebastian Coe, 1500-m-Olympiasieger und Chef des Weltverbandes, damit, dass Leichtathleten aus 40 Ländern am Ende der Wettbewerbe am 29. September auf dem Treppchen stehen werden.

Glänzende Aussichten haben auch Sportler aus OWL. So hat Tatjana Pinto (LC Paderborn) eine realistische Chance mit der Frauen-Staffel unter die Top drei zu laufen. Das deutsche Quartett hat in diesem Jahr die Weltbestzeit (41,67 Sekunden) inne. Doch gerade im Teamsprint decken nicht alle Nationen ihre Leistungskarten auf. Pinto ist aber zuversichtlich: »Es gibt momentan eine kleine Revolution im deutschen Sprint und ich bin froh, ein Teil dieser Revolution zu sein. Mein Traum, meine Hoffnung für dieses Jahr und auch in Zukunft ist es unter den besten Sprintern der Welt zu sein.« Ihre diesjährigen Bestzeiten über 100 Meter (11,09 Sekunden) und 200 Meter (22,65) werden wahrscheinlich nicht für die Endläufe reichen. Doch Pinto, die in der Öffentlichkeit im Schatten von Gina Lückenkemper läuft, gibt sich kämpferisch: »Ich will auf jeden Fall ins Finale rennen.«

Dem LC Paderborn will sie, obwohl sie mittlerweile in einer Puma-Trainingsgruppe meist in Bochum trainiert, treu bleiben: »Paderborn ist und bleibt mein Verein. Sie haben mich immer, auch in schlechten Zeiten unterstützt.«

Die 27-Jährige startet am Samstag mit den Vorläufen über 100 Meter ab 15.30 Uhr, die Halbfinals sind dann am Sonntag ab 20.20 dran, das Finale um 22.20 Uhr. Die Weltjahresbestleistung liegt bei 10,73 Sekunden (Elaine Thompson und Shelly-Ann Fraser-Pryce, beide Jamaika)

Beste Chancen auf glänzendes Metall hat Mateusz Przybylko (27). Der Bielefelder, der für Bayer Leverkusen startet, hat seine Ergebniskrise bei den Deutschen Meisterschaften beendet. Die im Berliner Olympiastadion gesprungenen 2,30 Meter werden aber nicht reichen, um ganz vorne zu landen – wie im vergangenen Jahr, als er Europameister wurde. Doch für Przybylko ist es schon ein Trost, dass er überhaupt wieder vorne angreifen kann. »Da war so ein Wurm im Kopf. Ich hatte über Monate Probleme, überhaupt die 2,20 zu springen«, erzählt Przybylko, der von Hans-Jörg Thomaskamp, dem Ehemann von Sabine Everts, trainiert wird.

Przybylko: »Wenn ich in Berlin wieder nur eine 2,20 gesprungen hätte, dann wäre ich mit einem schlechten Gefühl nach Doha gefahren.« Am höchsten ist in diesem Jahr Maksim Nedasekau (Weißrussland; 2,35 m) gesprungen. Qualifikation ist am 1. Oktober ab 15.50 Uhr, das Finale steigt am 4. Oktober an 19.10 Uhr.

Richtig einer rausrutschen müsste für eine Medaille Kristin Pudenz (26). Die Diskuswerferin aus Herford, die für den SC Potsdam startet, krönte sich vor vier Wochen zur Deutschen Meisterin. Wirft sie in Doha in den Bereich ihrer Bestleistung (64,37 Meter), ist das Finale drin. Mehr aber auch nicht. Die Medaillen werden im Bereich über 68 Meter verteilt. Und dass der Ring rutschig ist bei der Qualifikation (2. Oktober, 17 Uhr) und im Endkampf (4. Oktober, 20 Uhr), davon ist im heißen Wüstenstaat Katar nun wirklich nicht auszugehen.

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